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Deutschland / Weltweit Der „Hoeneß-Effekt“
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14:54 26.03.2014
Das Plus der Selbstanzeigen wird mit dem "Hoeneß-Urteil" - der Haft für den Ex-Präsidenten des FC-Bayern - begründet. Quelle: dpa
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Berlin

Vor den von Bund und Ländern geplanten strengeren Regeln für Selbstanzeigen nutzen Steuerbetrüger noch die geltenden, weniger scharfen Vorgaben für eine Strafbefreiung. Alle Bundesländer melden für die ersten Wochen des Jahres einen starken Anstieg sowie teils neue Monats-Höchststände bei den Selbstanzeigen reuiger Steuerhinterzieher. Das Plus wird in einer Umfrage auch mit dem "Hoeneß-Urteil" - der Haft für den Ex-Präsidenten des FC-Bayern - begründet.

Zudem wächst inzwischen international der Druck auf Schwarzgeld-Anleger durch mehr Datenaustausch zwischen Staaten. An diesem Donnerstag wollen die Finanzminister der Länder über schärfere Regeln für die Selbstanzeige beraten. Es zeichnen sich höhere Strafzuschläge als bisher ab. Auch müssen Steuerbetrüger ihr Schwarzgeld für einen längeren Zeitraum offenlegen, um ohne Haftstrafe davonzukommen. Eine Entscheidung wird voraussichtlich aber vertagt. Möglich ist eine endgültige Einigung Anfang Mai.

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In Berlin haben sich bis Mitte vergangener Woche 335 Steuerbetrüger offenbart, um nach Zahlung der hinterzogenen Summe plus Straf- und Zinszuschlag straffrei davonzukommen. Allein in der Zeit rund um das Hoeneß-Urteil sind nach Senatsangaben 63 Anzeigen dazugekommen. Bisher wurden in diesem Jahr 14 Millionen Euro eingenommen, wobei sich die Summe nicht nur auf Selbstanzeigen dieses Jahres bezieht. In Hessen wollten sich in den ersten zwei Monaten des Jahres 903 Steuerbetrüger reinwaschen. 2013 lag die Zahl der Selbstanzeigen bei 2844.

Auch die niedersächsischen Finanzbehörden verzeichneten in den ersten beiden Monaten ein kräftiges Plus: Bis Ende Februar gingen 866 Selbstanzeigen ein - was deutlich über dem Monatsschnitt liegt. 2013 waren es 2862 Selbstanzeigen.

dpa