Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Neue Arbeitgeber-Forderung stört Verhandlungen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Neue Arbeitgeber-Forderung stört Verhandlungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:17 29.03.2012
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Arbeitgebervertreter Manfred Hofmann haben eine neue Forderung auf den Tisch gelegt. Quelle: dpa
Anzeige
Potsdam

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes haben die kommunalen Arbeitgeber am Donnerstag überraschend eine neue Forderung gestellt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa verlangen sie einen finanziellen Ausgleich für das jüngste Urlaubsurteil des Bundesarbeitsgerichtes. Zum Auftakt der dritten Verhandlungsrunde am Vortag hatten die Arbeitgeber kein neues Angebot für die zwei Millionen Beschäftigen in den Kommunen und beim Bund vorgelegt. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte: „Ein Lösungshorizont für den Tarifkonflikt ist noch nicht in Sicht.“

Das Bundesarbeitsgericht hatte Mitte März die bisherige Altersstaffel im Manteltarifvertrag für den öffentlichen Dienst für nichtig erklärt. Damit haben auch jüngere Mitarbeiter unter 40 Jahren Anspruch auf 30 Urlaubstage pro Jahr. Nach Rechnung der kommunalen Arbeitgeber führt dies zu einem Verlust von 1,6 Millionen Arbeitstagen im Jahr und Mehrkosten von 250 Millionen Euro. Dies müsse beim Volumen des neuen Gehaltstarifvertrages berücksichtigt werden. Der Urlaubsanspruch ist im Manteltarifvertrag geregelt. Er ist nicht gekündigt und steht auch in Potsdam nicht zur Verhandlung an.

Anzeige

Seit 2006 verhandeln Bund und Kommunen allein ohne die Länder über die Gehälter der Tarifbeschäftigten. Seitdem endeten die Tarifverhandlungen jedes Mal mit einem Schlichtungsverfahren.

Zwei Verhandlungsrunden waren zuletzt ergebnislos verlaufen. Wegen der hohen Beteiligung an den beiden Warnstreikwellen im Nahverkehr, Kitas und auf Flughäfen sehen die Gewerkschaften erheblichen Rückenwind für ihre Position. Bsirske sagte: „Wir werden jetzt sehen, ob die Signale bei den Arbeitgebern richtig angekommen sind.“

Die Gewerkschaften verlangen 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro - bei einjähriger Laufzeit des Tarifvertrages. Die Arbeitgeber haben angeboten, die Gehälter mit einem Stufenmodell innerhalb von zwei Jahren um 3,3 Prozent anzuheben.

Kommt es auch bei der dritten Verhandlungsrunde nicht zu einem Ergebnis, wird erwartet, dass die Arbeitgeber die Schlichtung anrufen. Während die Schlichtungskommission tagt, gilt Friedenspflicht. Neue Streiks sind in dieser Zeit nicht möglich, so dass während der Ostertage nicht mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen ist.

dpa

Mehr zum Thema

Ausgerechnet in den Osterferien gab es einen mehrstündigen Streik am Airport. Am Dienstagmorgen fielen mehrere Flüge in Langenhagen aus. Betroffen waren sieben Maschinen der Lufthansa.

Bernd Haase 27.03.2012
Deutschland / Weltweit Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst - Gewerkschaften weiten Warnstreiks aus

Vor der dritten Tarifrunde im öffentlichen Dienst haben die Gewerkschaften ihre Warnstreiks nochmals ausgeweitet. In sieben Bundesländern legten am Donnerstagmorgen mehrere tausend Beschäftigte die Arbeit nieder.

22.03.2012

Und wieder lässt Verdi die Muskeln spielen. Diesmal trifft die Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst Nordrhein-Westfalen und Berlin. Vor der nächsten Verhandlungsrunde macht die Gewerkschaft so Druck auf die Arbeitgeber.

21.03.2012