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Deutschland / Weltweit Neue Warnstreiks der Lokführer am Freitag - Bus Shuttle zur CeBIT
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Neue Warnstreiks der Lokführer am Freitag - Bus Shuttle zur CeBIT
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07:20 04.03.2011
Schon am Dienstag und Donnerstag vergangener Woche hatten Warnstreiks den Schienenverkehr für Stunden massiv behindert.
Schon am Dienstag und Donnerstag vergangener Woche hatten Warnstreiks den Schienenverkehr für Stunden massiv behindert. Quelle: dpa
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Millionen Zugreisende in Deutschland müssen sich an diesem Freitag wieder auf massive Störungen gefasst machen. Von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr will die Lokführergewerkschaft GDL mit ihrer dritten Warnstreikwelle erneut bundesweit den Regional- und Fernverkehr lahmlegen. Betroffen sein sollen die Deutsche Bahn (DB) und sechs große Konkurrenten, wie die GDL am Donnerstagabend in Frankfurt mitteilte. Die S-Bahn Berlin bleibt nochmals verschont. Der bundeseigene Konzern hatte die GDL zuvor ultimativ aufgefordert, Arbeitskampfmaßnahmen einzustellen und wieder zu verhandeln. Bis zur Auszählung einer Urabstimmung über unbefristete Streiks am kommenden Montag plant die GDL übers Wochenende keine weiteren Warnstreiks mehr.

Auch Niedersachsen wird erneut von den Warnstreiks im Zugverkehr betroffen sein. Wie groß konkret die Auswirkungen seien werden, ist noch unklar. Die Computermesse CeBIT bietet angesichts der Warnstreiks einen Bus-Shuttle von Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg aus nach Hannover an. Messe-Chef Raue zeigte sich verärgert über die Streiks.

Die Arbeitsniederlegungen am Freitag sollten Berufspendler nicht und Wochenendpendler nur zu einem geringen Teil tangieren, teilte die GDL mit. In der vergangenen Woche hatten zwei Warnstreikwellen am Dienstag und am Freitag den Zugverkehr massiv behindert, etliche Züge fielen aus oder hatten große Verspätungen. Die DB kündigte an, wieder mehrere Hundert zusätzliche Mitarbeiter unter anderem an Bahnhöfen einzusetzen, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

„Die GDL hatte zunächst keine Arbeitskampfmaßnahmen während der Karnevalszeit geplant, doch das Vorgehen der DB erfordert eine klare Antwort“, erklärte GDL-Chef Claus Weselsky. Es sei ein Stück aus dem tarifpolitischen Tollhaus, dass die GDL aufgefordert worden sei, ihre Urabstimmung abzubrechen.

In dem Tarifkonflikt geht es um einheitliche Standards für rund 26.000 Lokführer im Fern-, Nah-, und Güterverkehr bei der DB und großen Konkurrenten. Eine Kernforderung der GDL ist eine Angleichung der Einkommen auf dem Niveau des Marktführers DB auch bei den Firmen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn. Das DB-Niveau solle zudem um fünf Prozent angehoben werden.

Die Bahn hatte die GDL zuvor aufgefordert, die Tarifverhandlungen an diesem Montag fortzusetzen. Außerdem solle sie bis Freitag, 12.00 Uhr, erklären, alle Arbeitskampfmaßnahmen bei der DB einzustellen, heißt es in einem der dpa vorliegenden Schreiben an Weselsky. Der Brief ist vom Hauptgeschäftsführer des Bahn-Arbeitgeberverbandes Move, Werner Bayreuther, unterzeichnet. Bayreuther argumentierte, es sei weitgehend Einvernehmen über einen Rahmentarifvertrag erzielt worden. „Die Tatsache, dass die GDL die Unternehmen des Bahnkonzerns trotzdem bestreikt, um Druck auf andere Unternehmen auszuüben, ist weder politisch noch rechtlich haltbar.“

Weselsky sagte, dies bedeute, „dass wir Gremienbeschlüsse und damit die Meinung unserer Mitglieder ignorieren sollen“. Auf diese Dreistigkeit werde mit dem Warnstreik reagiert.

Das private Bahnunternehmen Veolia Verkehr erwägt, gegen Streiks vor Gericht zu ziehen. „Wir prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, ob das Allgemeininteresse in Gefahr ist, welche juristischen Mittel es gibt“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Ragnar Nordström, dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag). Noch sei es „aber viel zu früh und unangemessen, über so etwas zu reden, bevor man nicht alle Wege der Einigung versucht hat“, schränkte er ein.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.