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Deutschland / Weltweit Neuer Alarmknopf gegen Kinderpornos
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Neuer Alarmknopf gegen Kinderpornos
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00:31 04.03.2010
Von Dirk Schmaler
Alarm: Mit diesem Knopf kann Verdächtiges gemeldet werden. Quelle: Handout
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Mit dem neuen Zusatzprogramm („Add-On“) für den Browser können Surfer verdächtige Seiten melden, wenn sie auf kinderpornografisches Material stoßen. Der zusätzliche Knopf steht seit Mittwoch kostenlos zum Herunterladen bereit.

„Wenn Kinderpornografie im Internet gelöscht werden soll, dann müssen wir auch wissen, wo sie gespeichert wird“, sagte Schünemann. Der CDU-Politiker hatte im vergangenen November das Bündnis „White IT“ ins Leben gerufen, um im Kampf gegen Kinderpornos im Netz gemeinsam mit Politik, Internetwirtschaft, der Leibniz Universität Hannover, aber auch Ärzten und Seelsorgern anzugehen. Auf der CeBIT stellte die Initiative weitere Neumitglieder vor, darunter den Bundesverband Digitale Wirtschaft, die Initiative D21 und die Niedersächsische Landesmedienanstalt. Das Bündnis werde von allen Innenministern der Bundesländer unterstützt, sagte Schünemann. Im vergangenen Jahr war ein Vorstoß von der damaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen, entsprechende Seiten durch ein Stoppschild zu sperren, noch auf breite Kritik gestoßen.

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Die neue Initiative setze nun auf das Löschen, erklärt Schünemann. Dies sei besser als eine Sperrung von Internetseiten, weil dies sehr leicht umgangen werden könne. „Nur wenn es gelöscht ist, kann man darauf nicht mehr zugreifen.“

Auf Knopfdruck sollen die Hinweise mit Hilfe des „White IT Button“ automatisch und anonym an die eco-Beschwerdestelle weitergeleitet und dort geprüft werden. Wenn die fraglichen Server im Ausland stehen, was eher die Regel ist, soll das weltweite Netzwerk „Inhope“, der Dachverband von Internet-Beschwerdestellen für illegale IT-Inhalte, in dem jeweiligen Land für eine Anzeige bei Strafverfolgungsbehörden sorgen. Zur Not will der Minister auch eine Strafverfolgung erzwingen. „Wenn es sich dabei um Entwicklungsländer handeln sollte, die solche Taten nicht strafrechtlich verfolgen, plädiere ich auch dafür, die Entwicklungshilfe auf Eis zu legen“, sagte Schünemann.

Zudem forderte Schünemann, eine gemeinsame europäische Datenbank zu schaffen, in die europaweit Metadaten mit dem „elektronischen Fingerabdruck“ von bereits bekanntem kinderpornografischen Material von Justiz, Polizei und Beschwerdestellen hinterlegt werden könnten. Dabei soll auch der Suchmaschinengigant Google schon bald helfen. „Unser Bündnis führt derzeit intensive Gespräche mit Google“, sagte Schünemann gestern während der Besichtigung des Google-Messestandes auf der CeBIT. Anhand der „digitalen Fingerabdrücke“ sollten nach Vorstellung des Bündnisses kommerzielle Suchmaschinen wie Google die verbotenen Dateien beim routinemäßigen Durchsuchen des Netzes finden und melden.