Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Noch immer keine Klarheit bei e.on in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Noch immer keine Klarheit bei e.on in Hannover
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:32 22.11.2011
Der e.on-Standort in Hannover bleibt erhalten – allerdings sollen mehr als 500 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Jeder fünfte der insgesamt 2500 e.on-Beschäftigten in der Landeshauptstadt soll hingegen seinen Job verlieren.

Wen es am Ende treffen wird, wisse auch er nicht, sagte der Chef der Kraftwerksflotte, Bernhard Fischer, nach Angaben von Teilnehmern. Die Vorgaben aus der Düsseldorfer Konzernzentrale sind auch für Eingeweihte schwer zu deuten. Klar ist: 260 Stellen in der Verwaltung möchte die e.on-Führung „in einem ersten Schritt“ in Hannover streichen. Noch einmal die gleiche Zahl solle später wegfallen, sagte Vorstandsmitglied Bernhard Reutersberg.

Anzeige

Mit e.on Kraftwerke und e.on Kernkraft haben in Hannover die beiden wichtigsten Erzeugungsgesellschaften des Konzerns ihren Sitz – sie steuern die Flotte aller 370 europäischen Atom-, Kohle-, Gas- und Wasserkraftanlagen in ganz Europa zentral. Um die „Flotten“ schlank zu halten, sollen sie ohne eigene Verwaltungskräfte für Personal, Controlling, Recht und Einkauf auskommen, auch beim regionalen Management vor Ort will der Konzern sparen.

Im Grundsatz gilt offenbar: Wer möglichst viel mit dem Tagesgeschäft der Kraftwerke zu tun hat – also „erzeugungsnah“ tätig ist, wie das im Konzernjargon heißt –, kann sich seines Jobs vergleichsweise sicher sein. Schwieriger wird es für jene Mitarbeiter, die „keine steuernden Funktionen“ haben, wie es in einer Mitteilung des Konzerns heißt. Besonders in Bereichen wie Finanzen, Personal, Gebäudemanagement, Rechnungswesen oder Recht werde es zu einschneidenden Veränderungen kommen: „Bereits heute ist aber schon absehbar, dass hier ein Abbau von 30 bis 40 Prozent der Arbeitsplätze erfolgen wird.“ Ob und in welcher Form davon auch die Gesellschaft e.on IT betroffen sein wird, blieb unklar.

Nach den Betriebsversammlungen gingen auf den e.on-Fluren in der Tresckowstraße die Diskussionen in kleinen Grüppchen weiter: Wer darf sich als „erzeugungsnah“ fühlen, wer muss als allgemeiner Verwalter um seinen Job fürchten? „Im Grunde haben sich jetzt die Befürchtungen nur konkretisiert – was aus einem wird, weiß man immer noch nicht“, sagte ein leitender Angestellter. „Das Zittern geht weiter.“

Jens Heitmann