Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Oettinger: Manager müssen Verluste spüren
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Oettinger: Manager müssen Verluste spüren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:37 05.09.2009
Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). Quelle: ddp (Archiv)
Anzeige

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat strengere Regeln für Managergehälter gefordert. Er sei davon überzeugt, dass falsche Anreize für die Bezahlung von Vorständen maßgeblich zur Weltwirtschaftskrise beigetragen hätten, sagte Oettinger der „Rheinpfalz am Sonntag“ in Landau.

Oettinger plädierte dafür, den gesamten Zeitraum eines Vertrages bei der Bezahlung der Manager einzubeziehen und die Verluste gegenzurechnen. Es könne nicht angehen, dass die Unternehmensspitze für den Erfolg belohnt werde, die Belegschaft aber die Verluste tragen müsse. „Es muss ein Bonus-Malus-System eingeführt werden“, forderte Oettinger.

Anzeige

Der CDU-Politiker verlangte von den Aufsichtsräten, mehr von ihren Kontrollmöglichkeiten Gebrauch zu machen. So ließen sich Gehälter auch bei bereits unterschriebenen Verträgen nach unten korrigieren, wenn sich herausstelle, dass sie überhöht seien. Selbst Rentenzahlungen könnten im Nachhinein gesenkt werden, wenn sich die Leistungen des Managers im Rückblick als falsch eingeschätzt erwiesen.

Kein Verständnis zeigte Oettinger für die Zahlung der Abfindung an Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick in Höhe von 15 Millionen Euro. Diese Summe hätte bei erkennbarer Insolvenz nie vereinbart werden dürfen. Damit sei das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Soziale Marktwirtschaft erheblich geschwächt worden. Sollte Eick die Summe entgegen nehmen, „kommt er für Führungsaufgaben in der Wirtschaft nicht mehr in Frage“.

ddp