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Deutschland / Weltweit Offshore-Windparkbranche optimistisch
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11:10 26.09.2009
Der Windmühlenpark Middelgrunden Quelle: ddp (Archiv)
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„Das ist immerhin noch ein Zeitraum von zehn Jahren.“ Die rasante Entwicklung der Windparks an Land hätte damals auch niemand für möglich gehalten, „aber die Realität hat die Prognosen übertroffen“.

Prokon zählt zu den Pionieren im Offshore Windpark-Bereich. Die erste Genehmigung für den Bau von Windenergieanlagen auf See erhielt de Buhr 2001 für das Projekt „Borkum West“. Das bildete die planerische Grundlage für das Offshore-Testfeld „alpha ventus“ rund 45 Kilometer vor der Küste der Nordseeinsel Borkum. Sechs von zwölf Anlagen speisen seit August Strom aus der Nordsee ins Netz. „Hauptzweck von ’alpha ventus’ ist, verschiedene Fundamentkonzepte auszuprobieren und Anlagentypen im Betrieb zu testen“, sagte de Buhr.

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Nach den bisherigen Erfahrungen lasse sich schon jetzt sagen, dass die jeweils erwirtschafteten Erträge auf See verglichen mit baugleichen Anlagen an Land höher seien, sagte de Buhr. „Ein Mehrertrag Offshore wird in der Realität auch tatsächlich erreicht.“

Auch im Hinblick auf das für die Errichtung und Unterhaltung der Anlagen auf hoher See noch fehlende Equipment zeigte sich de Buhr optimistisch. „Dafür werden in den nächsten zwei bis drei Jahren entsprechende Einheiten gebaut, die dann in der Lage sind, diese großen Leistungen umzusetzen.“ Für Prokon sei bereits eine Plattform entwickelt und vom Germanischen Lloyd zertifiziert worden, die bis zu 80 komplette Windanlagen in einem Jahr installieren könne. Baubeginn soll Anfang 2010 sein.

Bei „alpha ventus“ habe man noch auf vorhandene, kleinere Installationsschiffe zurückgreifen müssen, sagte de Buhr. „Das war suboptimal.“ So musste der Baustart um rund neun Monate auf Frühjahr 2009 verschoben werden. Durch eine sehr große Wetterabhängigkeit hätten die Errichtungsarbeiten im Regelfall nur bis zu einer Wellenhöhe von einem Meter erfolgen können, erklärte de Buhr. „Das künftige Equipment ist für Wellenhöhen bis 2,25 Meter ausgelegt.“

Prokon Nord will das „Projekt Borkum West II“ rund 45 Kilometer nördlich der Insel im Sommer 2011 starten und dafür die neue Plattform einsetzen. Ein Jahr später sollen 80 Windanlagen in Betrieb gehen. Beteiligt an dem Projekt sind unter Federführung der europäischen Trianel European Energy Trading GmbH (Aachen) rund 40 Stadtwerke.

Offshore-Testanlage „alpha ventus“

„alpha ventus“ ist der erste deutsche Offshore-Windpark, der durch EWE, Eon und Vattenfall auf hoher See errichtet wird. Die Investitionssumme in das Pionierprojekt beträgt 250 Millionen Euro. Die künftig jährlich produzierte Strommenge soll dem Verbrauch von 50.000 Haushalten entsprechen. Mit dem Pilotprojekt werden rund 45 Kilometer vor der Küste Borkums Erfahrungen mit Bau und Betrieb eines Offshore-Windparks gesammelt.

Im Testfeld „alpha ventus“ kommen insgesamt zwölf Windenergieanlagen der Fünf-Megawatt-Klasse zum Einsatz, die zum ersten Mal küstenfern in 30 Meter Wassertiefe errichtet werden. Die ersten sechs Windräder sind im Testbetrieb, die anderen sollen bis Ende des Jahres folgen. Die Forschungs- und Entwicklungsergebnisse werden in Konstruktion, Bau und Betrieb zukünftiger Offshore-Anlagen einfließen.

Bereits im September 2008 wurde ein Offshore-Umspannwerk gebaut, um den auf See erzeugten Windstrom an Land zu transportieren. Ein Seekabel verbindet das Umspannwerk mit dem deutschen Stromnetz.

lni

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