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Deutschland / Weltweit Opel-Ringen wird zu offenem Duell
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Opel-Ringen wird zu offenem Duell
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13:07 02.08.2009
Das Ringen um Opel  wird zu einem offenen Duell zwischen Deutschland und den USA.
Das Ringen um Opel wird zu einem offenen Duell zwischen Deutschland und den USA. Quelle: Oliver Lang/ddp
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Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) telefonierte mit General-Motors-Chef Fritz Henderson, um die deutsche Position klarzumachen.

Steinmeier habe am Freitagnachmittag mit Henderson telefoniert, bestätigte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Sonnabend. Zum Inhalt des Gesprächs wollte sie keine Angaben machen. Laut „Bild“-Zeitung“ bekräftigte Steinmeier, dass es Bürgschaften nur für einen Investor gebe, der langfristig bei Opel einsteige und die Arbeitsplätze garantiere.

Hintergrund ist die Befürchtung, GM könnte Opel an einen Investor verkaufen, der massiv Arbeitsplätze abbaut - und dann das Unternehmen an GM zurückgibt. Deutschland hat einen Bürgschaftsrahmen von bis zu 4,5 Milliarden Euro für Opel in Aussicht gestellt.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU), in dessen Bundesland der größte Opel-Standort Rüsselsheim liegt, sagte der „Wirtschaftswoche“, man habe der US-Seite klargemacht, dass staatliche Hilfen für Opel nur dann flössen, wenn der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna den Zuschlag erhalte. „In den Gesprächen mit GM ist der Ton jetzt etwas rustikaler geworden“, sagte Koch. „Aber nun ist die deutsche Position dort auch verstanden worden.“

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU), in dessen Bundesland der Opel-Standort Eisenach liegt, forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, sich persönlich im Weißen Haus für die von Deutschland favorisierte Lösung stark zu machen. „Ich gehe davon aus, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Einfluss bei US-Präsident Barack Obama zum Wohle der Opel-Mitarbeiter geltend macht“, sagte Althaus der „Bild am Sonntag“. „Das einzige Konzept, das den Opel-Standorten in Deutschland eine Perspektive gibt, ist das von Magna.“

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mahnte beide Interessenten, mehr eigenes Geld in Opel zu investieren. In Gesprächen zwischen Bund, Ländern und GM müsse nun versucht werden, „zusätzliche Verbesserungen im Sinne der Steuerzahler durchzusetzen“, sagte Guttenberg der „Bild am Sonntag“. „Eine solche Verbesserung wäre zum Beispiel eine Erhöhung des Eigenkapitals des Investors.“

Kurz vor der Insolvenz der US-Mutter General Motors hatte die Bundesregierung Opel von dem Konzern isoliert und in eine Treuhand-Gesellschaft ausgelagert. Mit einem Kredit von bis zu 1,5 Milliarden Euro soll Opel dort am Leben gehalten werden, bis ein neuer Investor den Autobauer übernimmt. Zunächst sah es danach aus, als ob der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna den Zuschlag erhalten sollte und die Transaktion nur noch Verhandlungssache sei.

Inzwischen aber ist der belgische Finanzinvestor RHJI wieder im Rennen. General Motors betont zwar stets, sich auf keinen Interessenten festgelegt zu haben. Der Konzern macht aber aus seiner Vorliebe für RHJI keinen Hehl. Zuletzt teilte General Motors mit, das Magna-Konzept sei aufgrund von Patent-Fragen in seiner jetzigen Form nicht umsetzbar. Die deutsche Politik favorisiert Magna. Das Unternehmen will hierzulande deutlich weniger Jobs abbauen als RHJI.

afp