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Deutschland / Weltweit Opelaner formieren sich zur Gegenwehr
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14:51 04.11.2009
Die Opelaner wolle sich noch nicht geschlagen geben. Quelle: ddp
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Das kündigte der Leiter des IG-Metall-Bezirks Frankfurt, Opel-Aufsichtsratsmitglied Armin Schild, am Mittwoch an. Die Opel-Beschäftigten würden ein Signal setzen, „wie sie zur Entscheidung des GM-Verwaltungsrates stehen“, erklärte der Bezirksleiter. Ab Freitag soll es eine europaweite Protestwelle geben. Schild machte deutlich, dass die Gewerkschaften für die Zukunft aller europäischen Standorte eintreten würden. GM werde versuchen, Regierungen und Arbeitnehmer in einen „provinziellen Standortpoker“ zu treiben. Die Arbeitnehmer ließen sich aber nicht „gegeneinander ausspielen“.

Das Opel-Aufsichtsratsmitglied griff GM zudem scharf an. Die notwendige Neuausrichtung bei Opel sei mit General Motors kaum vorstellbar, erklärte Schild. Wer so mit der Zukunft von zehntausenden Arbeitnehmern umgehe, handele „verantwortungslos“. Die IG Metall bleibt nach seinen Worten bei der Forderung, keine Werke zu schließen und auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.

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Der Vorsitzende des Opel-Konzernbetriebsrats, Klaus Franz, sagte am Mittwoch, die Arbeitnehmer werden nicht zur Finanzierung des „nicht tragfähigen“ GM-Konzepts für Opel beitragen. Im Falle einer Übernahme durch Magna wären die Arbeitnehmer bereit gewesen, durch Lohnverzicht 265 Millionen Euro pro Jahr zur Restrukturierung von Opel beizutragen. Diese Zusage sei für GM nicht gültig.

Um die Rechte der Beschäftigten zu sichern, werden die Ansprüche aus den Tarifverträgen per sofort zur Auszahlung fällig gestellt. „Den Weg zurück zu General Motors werden wir nicht mitgestalten, sondern unsere klassische Schutzfunktion für die Belegschaften wahrnehmen“, sagte Franz. Nach früheren Angaben von Franz würde GM die Einforderung der aufgeschobenen Tariferhöhung und des Weihnachtsgelds mehr als 500 Millionen Euro kosten.

Laut Franz sind nach der Entscheidung des GM-Verwaltungsrates die Werke Antwerpen, Bochum und Kaiserslautern akut gefährdet. GM-Europe-Vorstandsvorsitzender Carl-Peter Forster hat am Dienstagmittag auf einer Veranstaltung in Berlin gesagt, dass im Falle des Opel-Verbleibs im GM-Konzern maximal drei Werke zur Disposition stünden. Das nach seiner Aussage in diesem Szenario am schwersten zu erhaltende Werk ist das in Antwerpen.

Europaweit sind bei Opel/Vauxhall rund 50 000 Menschen beschäftigt. Davon arbeiten 25 000 in Deutschland an den Standorten Rüsselsheim (15 600 Mitarbeiter), Bochum (5170 Mitarbeiter), Eisenach (1800 Mitarbeiter) und Kaiserslautern (2400 Mitarbeiter).

afp/ddp

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