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Deutschland / Weltweit RWE streicht mehr als 8000 Stellen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit RWE streicht mehr als 8000 Stellen
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21:29 04.12.2011
Ein RWE-Sprecher bestätigte am Sonntag indirekt den Abbau der Arbeitsplätze. Quelle: dpa
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Düsseldorf/Hannover

Über 8000 der weltweit 72.000 Arbeitsplätze sollen nach einem Bericht der „Rheinischen Post“ in den nächsten Jahren bei dem zweitgrößten deutschen Energiekonzern wegfallen. Außerdem wolle RWE will bis Ende 2013 Beteiligungen in Höhe von 11 Milliarden Euro verkaufen.

Ein RWE-Sprecher bestätigte am Sonntag indirekt den Abbau der Arbeitsplätze: Die Maßnahmen seien seit Längerem bekannt. Bis Ende 2012 sind bei RWE betriebsbedingte Kündigungen vertraglich jedoch ausgeschlossen.

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Am 12. Dezember kommt dem Bericht zufolge der Aufsichtsrat des Konzerns zusammen, um über den mittelfristigen Ausblick für die Jahre 2012 bis 2014 und über die Beschäftigungsentwicklung zu beraten. So solle allein das sogenannte Deinvestitionsprogramm mit dem Abbau von 3000 bis 4000 Stellen verbunden sein. Den Verkauf von Beteiligungen hatte RWE schon im Sommer angekündigt.

Auf der Verkaufsliste stehen unter anderem der Ölförderer Dea mit 1300 Beschäftigten, ein tschechischer Ferngasnetzbetreiber, die Beteiligung an Berlinwasser, einige Kohle- und Gaskraftwerke sowie Vertriebs- und Netzaktivitäten in Deutschland. Abgeschlossen ist bereits der Verkauf der Mehrheit an der Höchstspannungsnetztochter Amprion. Die Mitarbeiter dieser Firmen bekämen einen neuen Arbeitgeber, verlören aber nicht ihre Stellen, erklärte der Konzernsprecher.

Wegfallen werden bei RWE allerdings die Arbeitsplätze im stillgelegten Atomkraftwerk Biblis A und in Braunkohlekraftwerken im rheinischen Revier. Dort wird RWE im kommenden Jahr alte Anlagen durch moderne Kraftwerksblöcke ersetzen, die mit weniger Mitarbeitern gefahren werden. Zusammen könnten etwa 1000 Arbeitsplätze, davon rund 700 im hessischen Biblis, betroffen sein. Die Zahl der Beschäftigten werde aber einvernehmlich mit den Gewerkschaften reduziert, Entlassungen gebe es keine, hieß es. Auch über eine Verlängerung der 2012 auslaufenden Beschäftigungsgarantie will RWE mit den Gewerkschaften verhandeln.

Zuvor hatte bereits RWE-Konkurrent e.on ein drastisches Sparprogramm angekündigt, das weltweit den Abbau von 11.000 der knapp 80.000 Stellen vorsieht, davon allein 6000 in Deutschland. Damit will der Energiekonzern seine Kosten bis 2015 um 1,5 Milliarden Euro senken – etwa die Hälfte davon soll in der Verwaltung eingespart werden. Von den 2500 Arbeitsplätzen in Hannover will e.on etwa jeden fünften streichen. Der Standort soll jedoch erhalten bleiben. Aus dem Verkauf von Unternehmensteilen will e.on bis Ende 2013 rund 15 Milliarden Euro erzielen.

Carola Böse-Fischer und Claus Haffert