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Deutschland / Weltweit Schaeffler-Chef baut den Vorstand um
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08:30 27.03.2015
Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld konnte eine Verfünffachung des Gewinns auf 654 Millionen Euro verkünden.
Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld konnte eine Verfünffachung des Gewinns auf 654 Millionen Euro verkünden. Quelle: Daniel Karmann
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München

Mit dem Abgang von Personalvorstand Kurt Mirlach und Industriechef Robert Schullan gibt es wieder einmal zwei schwer vermittelbare Personalentscheidungen im Topmanagement.

Er wolle das am Vorabend bekannt gemachte Ausscheiden seiner beiden 57 Jahre alten Kollegen nicht weiter kommentieren, erklärte Rosenfeld gestern bei der Bilanzvorlage. Hinter den Kulissen wird gemunkelt, er sei die treibende Kraft dabei gewesen. Während Mirlach und Schullan in Fachkreisen einen guten Ruf genießen, soll der Schaeffler-Chef von den beiden nicht überzeugt gewesen sein.

Er selbst ist schon unter seltsamen Umständen an die Spitze des Konzerns gerückt. Eigentlich war Knorr-Bremse-Manager Klaus Deller als Nachfolger des langjährigen Schaeffler-Chefs Jürgen Geißinger vorgesehen und schon als solcher ernannt. Dann überlegte es sich die Eigentümerfamilie Schaeffler anders und machte Rosenfeld zum neuen Firmenchef.

Mirlach und Schullan können noch so lange Vorstände bleiben, bis Nachfolger gefunden sind. Topmanger auf Abruf sind für einen Industriekonzern dieser Größenordnung nicht gerade üblich. Zumindest einen neuen Finanzchef gibt es:  Anfang April übernimmt der bisherige Bayer-Manager Ulrich Hauck dieses Ressort, das bisher kommissarisch von Rosenfeld mitübernommen wurde.

Schaeffler soll wohl noch länger ein Familienunternehmen bleiben. Eine Entscheidung für einen Börsengang gebe es nicht, betonte Rosenfeld. Es bestehe auch kein Zeitdruck, sich diesem Thema zu widmen.

Über einen möglichen Börsengang von Schaeffler wird immer wieder spekuliert, seit sich das Unternehmen jüngst neu aufgestellt hat. Ihre 46-prozentige Beteiligung am dreimal so großen Autozulieferer Continental hat die Familie mittlerweile komplett von der Schaeffler AG abgetrennt und in einer übergeordneten Holding platziert. Damit könnten sich Investoren direkt bei Schaeffler beteiligen, falls ein Börsengang kommt.  Zugleich heißt das, dass in die Schaeffler-Bilanz künftig keine Conti-Zahlen mehr einfließen. Die neue Holding erhält die Dividende von Continental.

An die Hannoveraner erinnert bei der Schaeffler AG nur noch eine Schuldenlast von 5,8 Milliarden Euro aus der Zeit der Conti-Übernahme. Weitere 3 Milliarden Euro Schulden entfallen auf die Holding. Nach mehreren Umschuldungsrunden gilt die Last mittlerweile aber als tragbar – auch weil die Schaeffler-Gewinne verlässlich sprudeln. 2015 erwartet Rosenfeld um 5 bis 7 Prozent steigende Umsätze und ein ähnlich wachsendes Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Die operative Umsatzrendite soll zwischen 12 und 13 Prozent verharren.

Von Thomas Magenheim

26.03.2015
26.03.2015