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Deutschland / Weltweit Spediteure müssen mit höherer Maut in EU rechnen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Spediteure müssen mit höherer Maut in EU rechnen
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19:12 15.10.2010
Mautkosten werden steigen.
Mautkosten werden steigen. Quelle: Christian Elsner (Archiv)
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Auf Spediteure kommen auf längere Sicht höhere Mautgebühren in Europa zu. Die EU-Staaten können künftig Transportunternehmen auch für die von ihnen verursachten Kosten für Umweltschäden, Lärm und Staus belasten. Das beschlossen die EU- Verkehrsminister oder ihre Vertreter mehrheitlich am Freitag in Luxemburg. Das Europaparlament muss dem Kompromiss noch zustimmen. Da die Regeln dann jeweils noch rechtlich in den Mitgliedstaaten verankert werden müssen, dürften sie laut Experten nicht vor 2013 in Kraft treten.

Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle vom Bundesverkehrsministerium sagte, Deutschland könne mit dem Kompromiss leben, wolle aber nicht die Maut erhöhen. „Wir haben in Deutschland nicht vor, kurzfristig und mittelfristig Schnellschüsse zu machen.“

Bisher zahlen Lastwagenunternehmen in den meisten EU-Staaten bei der Maut nur die Kosten für die Nutzung der Infrastruktur. Künftig wird es den 27 EU-Mitgliedsstaaten freistehen, die Kosten für Umweltschäden und Lärm zusätzlich zu erheben.

Derzeit haben nach Angaben von Experten der EU-Kommission elf Länder in Europa Bezahlsysteme für den Lastwagenverkehr, wobei die Maut zwischen 15 und 25 Cent pro Kilometer und Fahrzeug beträgt. Das neue Modell würde es erlauben, im Schnitt bis zu 4 Cent aufzuschlagen. Das Netz der Strecken, das mit Maut belegt werden kann, verdoppelt sich von bislang 15.000 auf 30.000 Kilometer.

Was die Staaten mit den Einnahmen machen, soll ihnen überlassen bleiben. Zwar hatte das Europaparlament und auch die EU-Kommission vorgeschlagen, dass die Gelder in Straßenverkehrsprojekte investiert werden. Viele Staaten, darunter auch die Bundesregierung, wehrten sich aber gegen eine solche Zweckbindung der Gelder.

dpa