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Deutschland / Weltweit Stimmung in der deutschen Wirtschaft nur leicht eingetrübt
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Stimmung in der deutschen Wirtschaft nur leicht eingetrübt
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15:00 25.03.2011
Der leichte Dämpfer in der deutschen Wirtschaft ist laut ifo Institut auf die Erwartungen der 7000 befragten Unternehmer für die nächsten sechs Monate zurückzuführen. Quelle: dpa (Archiv)
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In der deutschen Wirtschaft stehen die Zeichen trotz der Katastrophe in Japan und der Unruhen in Nordafrika weiter auf Aufschwung. Der ifo-Geschäftsklimaindex, wichtigster Frühindikator für die Konjunktur, erwies sich im März überraschend stabil. Er sank im März nur leicht um 0,2 auf 111,1 Punkte. Solche hohen Werte wurden zuletzt in den 70er Jahren erreicht. Die Naturkatastrophen in Japan und die politischen Spannungen in Nordafrika wirkten sich kaum aus.

„Die Konjunkturampeln stehen unverändert auf grün. Deutschland befindet sich im Aufschwung“, urteilte Werner Sinn, Chef des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, am Freitag in München. Der Konjunkturindikator war seit Juni 2010 ohne Unterbrechung gestiegen.

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Ihre derzeitige Lage schätzten die 7000 befragten Unternehmer fast aller Branchen laut ifo im März sogar noch besser ein als im Februar. Die Bewertung stieg von 114,8 Punkten auf nunmehr 115,8 Punkte. Lediglich im Bauhauptgewerbe wird die momentane Geschäftslage demnach als weniger rosig gesehen. Bei den Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate ist die deutsche Wirtschaft allerdings insgesamt nicht mehr ganz so optimistisch. Hier sank die Bewertung von 107,9 auf 106,5 Punkte. Aus beiden Werten wird der Geschäftsklimaindex berechnet.

Knapp die Hälfte der Fragebögen traf nach der Katastrophe in Japan ein. Das Erdbeben und der Tsunami am 11. März sowie die nachfolgenden Atomunfälle hätten aber nur sehr begrenzt die Stimmung in der deutschen Wirtschaft beeinflusst, sagte Klaus Abberger, der beim ifo Institut für die Erhebung zuständig ist. „Ich sehe da nicht den dauerhaften Effekt - vorausgesetzt, dass Tokio nicht verstrahlt wird.“ Auch die Spannungen in Nordafrika und die damit einher gehende Erhöhung der Ölpreise gehörten zu den Risiken, von denen sich die deutsche Wirtschaft bisher ebenfalls wenig beeindruckt zeigte.

Einige Ökonomen hatten vorab mit einem stärkeren Dämpfer gerechnet. Der kaum getrübte Optimismus decke sich jedoch mit historischen Erfahrungen, urteilte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. „Weder der Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 noch das Erdbeben in Kobe 1995 hatten das ifo-Geschäftsklima deutlich fallen lassen.“

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.