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Deutschland / Weltweit Suchmaschine Wolfram Alpha
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Suchmaschine Wolfram Alpha
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07:34 08.03.2010
Quelle: Screenshot
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Der US-amerikanische Suchmaschinenbetreiber Wolfram Alpha will massiv nach Europa expandieren – und dabei ist Deutschland noch vor dem englischsprachigen Großbritannien der wichtigste Markt. Wie Conrad Wolfram, Direktor von Wolfram Research, im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte, möchte das 500 Mitarbeiter starke Unternehmen das Geschäft mit strukturiert aufbereiteten Daten ausbauen. Besonders Behördendaten und öffentliche Statistiken stehen im Fokus.

Wolfram Alpha unterscheidet sich als Suchmaschine grundlegend vom Branchenprimus Google: „Wolfram Alpha kann exakte Antworten finden. Google findet die Antworten anderer“, sagte Wolfram. Die Wissensdatenbank ist darauf spezialisiert, Daten aus ausgewählten seriösen Quellen zu verknüpfen, so dass Abfragen möglich werden wie „Wie war das Wetter in New York an dem Tag, als Marilyn Monroe starb?“ Auf Englisch versteht die Maschine die Frage tatsächlich. Geld verdient das werbefreie Wolfram Alpha vor allem über Partnerschaften, etwa mit der Suchmaschine Bing von Microsoft, die in der US-Version teilweise Treffer von Wolfram Alpha einblendet.

Das andere Standbein des Unternehmens ist „Mathematica,“ die seit mehr als zwei Jahrzehnten von Wolframs Bruder Stephen Wolfram entwickelte Analysesoftware, auf der auch die Suchmaschine Wolfram Alpha basiert. Unternehmen sollen damit das Wissen ihrer Mitarbeiter und aus Unterlagen zusammenführen und besser erschließen können. Gegenwärtig wirbt Wolfram für die erste „computable city“, eine „berechenbare“, durchleuchtbare städtische Datenbank, mit der Abfragen wie folgende möglich werden sollen: Wie hoch ist die durchschnittliche Miete in einem bestimmten Wohnblock eines Stadtteils? Wie viel Parkplätze stehen wo zur Verfügung? Datenschutzprobleme wie bei Googles „Street View“ sieht Wolfram nicht: Die Daten würden stets in größeren Einheiten angegeben.

Künftige Suchmaschinen werden nach seinen Worten nicht einfach nur Antworten liefern, sondern sogleich die Anwendungen dazu – um etwa mit Schiebereglern unterschiedliche Szenarien der statistischen Daten abzufragen. Besonders in Deutschland hat der Geschäftsmann dafür eine Nachfrage ausgemacht: Es gebe ein großes Interesse an strukturiert aufbereiteten Daten, was nach seinen Worten mit der „Führungsrolle“ großer deutscher Unternehmen zusammenhänge.