Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit „Stahlstandort in Gefahr“
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit „Stahlstandort in Gefahr“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:05 02.03.2014
Mahner: ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger. Quelle: dpa/Archiv
Anzeige
Düsseldorf/Salzgitter

„Wenn die Politik, egal, ob in Berlin oder in Brüssel, in Sachen Ökostrom die falschen Entscheidungen trifft, bringt sie den Stahlstandort Deutschland in Gefahr“, sagte Unternehmenschef Heinrich Hiesinger der „Rheinischen Post“. Der Ball liege in dem Fall nicht mehr beim Vorstand von ThyssenKrupp. „Dann wird uns die Entscheidung abgenommen.“

Bislang ist der Konzern in Deutschland weitgehend von der Ökostromumlage befreit. „ThyssenKrupp hat im vergangenen Jahr 85 Millionen Euro an Ökostromumlage gezahlt“, rechnete Hiesinger vor. „Wenn wir die volle EEG-Umlage zahlen müssten, würde dies eine Belastung von 350 Millionen für uns bedeuten.“ Das sei mehr, als der Konzern in seinen europäischen Stahlwerken verdiene. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2012/13 spielte der Bereich vor Zinsen und Steuern (Ebit) gerade einmal 62 Millionen Euro ein. Auch Hiesingers Kollege Heinz Jörg Fuhrmann – Vorstandschef der Salzgitter AG – hatte bereits vor drastischen Folgen gewarnt, sollten die Ökostromrabatte wegfallen.

Anzeige

Am Freitag war bekannt geworden, dass die Bundesregierung gegen das Beihilfeverfahren der EU-Kommission wegen der milliardenschweren Ökostromrabatte für die deutsche Industrie klagt. Brüssel hatte im Dezember ein Beihilfeverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Seitdem wird geprüft, ob die Vergünstigungen für deutsche Unternehmen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Spielregeln für den fairen Wettbewerb in Europa verletzen.

In Regierungskreisen wurde betont, die Klage vor dem Gericht der Europäischen Union (EU) könne jederzeit zurückgezogen werden. Der Schritt kann durchaus als Warnung an Brüssel verstanden werden, dass die Bundesregierung nicht kampflos alle Vorgaben der europäischen Wettbewerbshüter schlucken will. Gabriels zuständiger Spitzenbeamter Rainer Baake betonte am Freitag, die Regierung setze auf einen Kompromiss innerhalb von zwei oder drei Wochen.

02.03.2014
Deutschland / Weltweit Bosch hofft auf Milliardengeschäft - Apple kommt ins vernetzte Auto
02.03.2014