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Deutschland / Weltweit Tui ist wieder auf Erholungskurs
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Tui ist wieder auf Erholungskurs
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13:29 12.05.2010
Der Reisekonzern Tui vermerkt Gewinne im Bereich Tourismus und Schifffahrt.
Der Reisekonzern Tui vermerkt Gewinne im Bereich Tourismus und Schifffahrt. Quelle: ap
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Der Reisekonzern Tui ist auf Erholungskurs. Im zweiten Geschäftsquartal ging der saisontypische Verlust im Reisegeschäft spürbar zurück, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Die im vergangenen Jahr schwer angeschlagene Reederei Hapag-Lloyd steuerte sogar einen kleinen Gewinn bei.

In der Zeit von Januar bis Ende März reduzierte der Tui-Konzern seinen Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITA) auf Unternehmenswerte um gut ein Viertel auf 252 Millionen Euro. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Verlust von 177 Millionen Euro, nachdem Tui ein Jahr zuvor wegen des Teilverkaufs der Container-Reederei Hapag-Lloyd einen Gewinn von 744 Millionen Euro erzielt hatte.

Reiseveranstalter schreiben im Winterhalbjahr typischerweise rote Zahlen, weil sie ihre Kosten in dieser Zeit nicht decken können. Den Großteil ihres Gewinns fahren sie im Sommer ein.

Für das Geschäftsjahr bis Ende September ist der Tui-Vorstand optimistisch, den um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn leicht zu steigern. Auch Hapag-Lloyd soll nach dem Krisenjahr 2009 wieder schwarze Zahlen schreiben.

Belastend wirken sich im Reisegeschäft allerdings die Flugverbote in Europa wegen der Aschewolke aus Island aus, die Tui rund 100 Millionen Euro kosten dürften. Diese Belastungen kommen bei Tui allerdings erst im dritten Geschäftsquartal zum Tragen.

Zu Gute kamen Tui Umstrukturierungen bei der Tochter Tui Travel. Das Unternehmen, das zu 54 Prozent zum Konzern mit Sitz in Hannover gehört, war 2007 aus der Fusion der damaligen Tui-Veranstaltersparte mit der britischen First Choice Holidays entstanden. Nun machten sich die Synergieeffekte aus der Fusion bemerkbar. Auch die Übertragung der defizitären Städteverbindungen der Fluggesellschaft Tuifly an Air Berlin sorgte für Entlastung.

Der Umsatz des Konzerns ging um 6,5 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück. Tui Travel hatte das Flug- und Hotelangebot wegen der Wirtschaftskrise deutlich zusammengestrichen, um Reisen nicht wegen schwacher Nachfrage zu Niedrigpreisen verkaufen zu müssen. „Wir haben unsere Hausaufgaben im Krisenjahr 2009 gemacht“, sagte Tui-Chef Michael Frenzel. Die Strategie einer geringeren Kapazität sei aufgegangen.

Nach oben zeigte die Entwicklung auch bei der Container-Reederei Hapag-Lloyd. Das Unternehmen, das im Krisenjahr 2009 sogar um Staatshilfe hatte anfragen müssen, steigerte seinen Umsatz um 13 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Sondereffekte heraus gerechnet, kam Hapag-Lloyd mit einem EBITA von rund 13 Millionen Euro auch wieder in die schwarzen Zahlen. „Vor einigen Monaten hätte niemand auf der Welt eine solche Entwicklung erwartet“, sagte Tui-Finanzchef Horst Baier.

Die Reederei profitierte von einem harten Sparprogramm und der anziehenden Nachfrage im Frachtgeschäft. Der Tui-Konzern ist noch mit 43 Prozent an dem Hamburger Unternehmen beteiligt. Mit dem Verkauf der verbliebenen Beteiligung hat der Tui-Vorstand keine Eile und will erst eine Erholung in der Branche abwarten, um einen höheren Verkaufserlös zu erzielen.

dpa