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Deutschland / Weltweit USA bieten EADS Fristverlängerung an
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit USA bieten EADS Fristverlängerung an
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15:42 01.04.2010
Ein Tankflugzeug vom Typ KC-30 beim Auftanken eines B2-Bombers in der Luft.
Ein Tankflugzeug vom Typ KC-30 beim Auftanken eines B2-Bombers in der Luft. Quelle: dpa
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Eigentlich kann EADS sich jetzt nicht mehr drücken. Washington hat dem Druck Europas nachgegeben und die Bietfrist für den Milliardenauftrag für 179 Tankflugzeuge verlängert. Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy hatte bei seinem USA-Besuch erklärt, wenn Barack Obama ihm ein transparentes und loyales Auswahlverfahren garantiere, könne er „ihm versichern, dass EADS sich bewerben“ werde. Daraufhin hatte der US-Präsident erklärt, das Auswahlverfahren werde „frei und fair“ sein. Kann der Airbus-Konzern da noch „nein“ sagen?

Er kann, und er überlegt es sich. „Wir denken darüber nach“, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag. Entscheidend dürften am Ende zwei Faktoren sein: die Kosten - und nach Angaben Pariser Experten auch die Bereitschaft der USA, EADS in Militärgeheimnisse einzuweihen.

Der Airbus-Konzern will sich nur als Hauptanbieter bewerben, dem alle Anforderungen offen gelegt werden. Dann kann er sich nämlich unnötige Entwicklungen sparen. Bisher war EADS Juniorpartner des US-Konzerns Northrop Grumman. Mit den Northrop-Experten konnten die Offiziere der Air Force offen über ihre Einsatzstrategien sprechen, aus denen sich die Anforderungen an die Lufttanker ergeben. Würden sie ebenso offen mit Europäern reden? Die Bereitschaft sei da, sagen Experten. Beim US-Hubschrauberprogramm sei EADS schon „prime contractor“.

Bleiben die Kosten. Die Wirtschaftlichkeit habe Vorrang, erklärte Airbus-Chef Thomas Enders. „Ein Dumpingangebot wird es mit mir nicht geben.“ Nach den Milliarden-Mehrkosten beim Militärtransporter A400M und beim Super-Airbus A380 will Enders kein weiteres Milliardenrisiko eingehen. In der neuen Ausschreibung spielt der Preis aber die entscheidende Rolle. Denn Washington ist wegen der Finanzkrise und der teuren Kriege in Mittelasien klamm und 35 Milliarden Dollar sind auch für die USA kein Pappenstiel.

Bisher war klar: Boeings Tanker ist kleiner und hat schlechtere Frachtereigenschaften als der Airbus-Tanker, ist dafür aber deutlich billiger. EADS hat also unter dem Preisaspekt keine Chance. Doch Boeing hat sein auf der alten 767 basierendes Modell technisch aufgepeppt. Der Tanker bekommt Elektronik aus dem 787-Zeitalter und neue Betankungsbäume. Er wird damit aber auch deutlich teurer. EADS muss dagegen die A330-MRTT kaum verändern, die bereits in mehrere Staaten verkauft wurde. Außerdem fiele der Gewinnanteil für Northrop Grumman weg.

Es lohne sich also für EADS, den Taschenrechner rauszuholen und alle Kosten noch einmal durchzugehen, meinen Experten. Zumal der Auftrag über das eigentliche Geschäft hinaus strategisch wichtig wäre. EADS will für die Tanker nämlich ein eigenes Werk in den USA bauen und dort gleich auch die A330-Frachter fertigen. Damit hätte der Konzern einen großen Schritt in den Dollarraum getan, der von Währungsschwankungen unabhängiger macht. Und er hätte seine Position als „heimischer“ Hersteller in den USA gefestigt, was den Schutz gegen US-Protektionismus und die Chance auf weitere Aufträge erhöht.

Allerdings lassen die Amerikaner den Europäern wenig Zeit. Statt um drei Monate wollen sie die Bietfrist nur vom 10. Mai auf den 9. Juli verlängern. Bis dahin müssten die 20 000 bis 30 000 dem US-Recht entsprechenden Seiten eingereicht sein.

dpa