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Deutschland / Weltweit Ulrich Schumacher ist zurück im Licht
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Ulrich Schumacher ist zurück im Licht
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10:30 24.08.2013
Bewegte Karriere: Ulrich Schumacher will es noch mal wissen. Quelle: dpa
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In Chipfabriken kennt er sich aus, auf Rennstrecken und in Gerichtssälen – jetzt arbeitet sich Ulrich Schumacher in die Leuchtenbranche ein. Im Oktober rückt der frühere Infineon-Chef an die Spitze des österreichischen Zumtobel-Konzerns. „Mit Ulrich Schumacher haben wir einen ausgewiesenen Technologieexperten gewinnen können“, sagte Jürg Zumtobel, Aufsichtsratschef des börsennotierten Lampenkonzerns mit zuletzt 1,2 Milliarden Euro Umsatz.

Für den 55-jährigen Hobbyrennfahrer ist es das Comeback nach einer Karriere, die ebenso steil auf- wie abwärts führte. In einem Alter, wo andere noch auf die Vorstandsberufung warten, musste Schumacher 2004 schon wieder gehen: Damals wurde er unter turbulenten Umständen beim Chiphersteller Infineon abgelöst. Begründet wurde das mit strategischen Differenzen, auch sein Umgangston soll ihn isoliert haben.

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Später folgte zudem eine Anklage wegen Bestechlichkeit und Untreue: Schumacher wurde vorgeworfen, dass er von einem Sponsorenvermittler Geld bekommen habe, der sich Geschäfte mit Infineon sichern wollte. Am Ende stand 2009 aber ein Freispruch. Der Abgang war dennoch unrühmlich, zumal Schumacher nach dem groß inszenierten Infineon-Börsengang nie die entsprechenden Erfolge geliefert hatte.

Ab 2004 war er als Partner des US-Finanzinvestors Francisco Partners tätig und betreute dort die Entstehung der Chipfirma Numonyx, eines Gemeinschaftsunternehmens von Intel und ST Microelectronics. Zwischen 2007 und 2011 sanierte Schumacher den teilstaatlichen Chipkonzern Grace Semicoductors in Shanghai. Danach war der einstige Börsenliebling nur noch beratend und in Aufsichtsräten tätig. Das Comeback kommt nun unter ähnlichen Umständen wie sein Rauswurf in München. Bei Zumtobel mussten soeben der bisherige Konzernchef Harald Sommerer und Finanzchef Mathias Dähn aufgrund von strategischen Differenzen gehen. Als neuer Konzernchef hat Schumacher bis Mai 2017 angeheuert, das Finanzressort übernimmt er kommissarisch. Vom Know-how her passt Schumacher fraglos zu den Österreichern. Zumtobel steht wie der größere deutsche Konkurrent Osram im technologischen Wandel von der Glühbirne zu Licht auf Basis von Leuchtdioden (LED). Damit driftet die Branche massiv in Richtung Chiptechnik, die der Deutsche bestens kennt.

Von Thomas Magenheim

23.08.2013
24.08.2013
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