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Deutschland / Weltweit VW setzt Produktionskarussell in Gang
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit VW setzt Produktionskarussell in Gang
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12:19 19.03.2014
Von Lars Ruzic
Der VW-Tiguan soll künftig nicht nur in Wolfsburg, sondern auch in Hannover vom Band laufen. Quelle: dpa
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Hannover

Ende 2016 soll dort die Fertigung des Großtransporters Crafter beginnen, teilte der Konzern am Dienstag mit. „Mit der Entscheidung stellen wir die Weichen für die strategische Neuorientierung unserer leichten Nutzfahrzeuge“, sagte Konzernvorstand Leif Östling.
Gleichzeitig konzentriert der Konzern die Fertigung des Porsche Panamera in Leipzig. Karosseriefertigung und -lackierung werde mit dem Modellwechsel 2016 das Porsche-Werk selbst übernehmen, teilte Volkswagen mit. Bislang produziert die hannoversche VWN-Fabrik die lackierten Karossen für die Leipziger. Gut 800 der 14 500 Mitarbeiter sind mit dieser Aufgabe betraut.

Dass dieser Auftrag wegfallen würde, hatte man in Hannover schon lange geahnt. Deshalb hatte der Betriebsrat als Kompensation gefordert, die Fertigung des Crafter nach Hannover zu holen. Doch gegen den Niedriglohnstandort in Polen konnten sich die Beschäftigten im VWN-Stammwerk nicht durchsetzen. Wie berichtet, sollen sie nun im Gegenzug den Golf-Geländewagen Tiguan bauen. Dabei geht es um zusätzliche Produktionsvolumina, die das Wolfsburger Werk nicht auch noch übernehmen kann.

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Keine Ideallösung, keine Notlösung

Der Tiguan wird in Hannover lediglich endmontiert. Teilgefertigte Fahrzeuge müssen dafür von Wolfsburg gen Westen transportiert werden. VWN-Betriebsratschef Thomas Zwiebler sprach gestern auf einer Versammlung im hannoverschen Werk davon, dieses Vorgehen sei „keine Ideallösung, aber auch keine Notlösung“. Allein die Montage des Tiguan würde gemeinsam mit dem hannoverschen Hauptprodukt – dem Transporter – die Beschäftigung sichern „und für Auslastung in der Montage in drei Schichten sorgen“.

Gleichzeitig müssen die Hannoveraner nun mit Hochdruck den Bau des neuen Werks in Polen voranbringen, der noch in diesem Jahr starten soll. Der Crafter wird bislang noch von Daimler im VW-Auftrag gebaut. Doch diese Vereinbarung gilt nur bis 2016. Die nächste Generation soll dann bereits in Wrzesnia vom Band laufen. 2300 Arbeitsplätze sind in dem neuen Werk geplant. Im benachbarten Polen arbeiten bereits 6500 Menschen für VWN. Von der Nähe werde man profitieren – „bei Logistik, Lieferanten und vor allem der Erfahrung vor Ort“, sagte VWN-Markenvorstand Jens Ocksen. Der Produktionschef wird das Projekt selbst verantworten und wechselt dafür nach Posen. Sein Nachfolger in Hannover wird Josef Baumert, bislang Werkleiter im russischen Kaluga.

VWN will den Crafter zum ersten Weltauto der Marke machen. Er soll eine eigene Fertigungsplattform erhalten, auf der bis zu 30 Varianten gebaut werden können. Dass die Marke die Produktion „wieder in die eigenen Hände nimmt“, begrüßte gestern Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, gleichzeitig VW-Aufsichtsrat. Das habe auch positive Auswirkungen auf Niedersachsen.

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