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Deutschland / Weltweit VW peilt in China Drei-Millionen-Marke an
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit VW peilt in China Drei-Millionen-Marke an
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21:08 19.04.2013
Massenmodelle in China: Der Santana und der Lavida von VW. Quelle: dpa
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Schanghai

Die Zahl der in der Volksrepublik ausgelieferten Fahrzeuge solle von zuletzt 2,8 Millionen auf über drei Millionen Einheiten zulegen, kündigte China-Vorstand Jochem Heizmann am Freitag im Vorfeld der Automesse in Schanghai an. „Auch wenn sich das Wachstum des chinesischen Marktes erwartungsgemäß abgekühlt hat, rechnen wir weiterhin mit einem anhaltend gesunden Wachstum.“

Auf der Messe in der Metropole im Südosten Chinas zeigen - neben zahlreichen lokalen Herstellern - alle namhaften westlichen Autobauer Neuheiten, mit denen sie bei den Konsumenten punkten wollen. Vor allem Premium-Marken wie BMW, Audi und Daimler erhoffen sich im Reich der Mitte weitere Zuwächse, um die Misere in Westeuropa weiter umkurven zu können. China ist neben den USA derzeit weltweit einer der wenigen Märkte, in denen die Pkw-Verkäufe nennenswert zulegen - wenn das prozentuale Wachstum im Vergleich zu vergangenen Jahren auch nachgelassen hat.

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VW-Manager Heizmann rechnet für die nächsten drei bis fünf Jahre damit, dass die Neuzulassungen aller Anbieter zwischen 6 und 8 Prozent im Jahr zulegen werden. „Wir wollen mindestens so stark wachsen wie der Gesamtmarkt, hoffentlich noch ein bisschen mehr.“ China ist der größte Absatzmarkt des Wolfsburger Dax-Konzerns, der sich dort bei Pkw als Marktführer vor der Opel-Mutter General Motors sieht. Allein in den ersten drei Monaten verkaufte Volkswagen fast ein Viertel mehr Autos als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Knapp 600000 Fahrzeuge gingen im ersten Quartal an die Kunden in China.

VW errichtet in dem asiatischen Land sieben neue Werke, von denen fünf bereits in diesem Jahr mit der Produktion beginnen sollen. Dadurch will VW seine Kapazitäten auf mehr als 4 Millionen Einheiten pro Jahr aufstocken. Entsprechend mehr Personal benötigt der Konzern dort: Die Zahl der Beschäftigten soll von 75000 auf 100000 steigen, wie Heizmann in Schanghai bekannt gab.

Die China-Beteiligungen waren für VW 2012 der größte Ertragsbringer. Aus ihnen floss dem Konzern anteilig ein operativer Gewinn von 3,7 Milliarden Euro zu, 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Wachstum in China verlagert sich derzeit in den Westen des Landes, während sich die Konjunktur im Osten abkühlt. Volkswagen will daher in den nächsten Jahren vor allem im Westen neue Werke hochziehen. Damit folgt der Konzern auch einer Aufforderung durch die Regierung. Die Ballungsräume an der Küste drohen unterdessen am Straßenverkehr zu ersticken und versuchen, der Blechlawine mit Zulassungsbeschränkungen und scharfen Umweltvorgaben Herr zu werden.

rtr