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Deutschland / Weltweit VW will in China schneller als der Markt wachsen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit VW will in China schneller als der Markt wachsen
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16:12 22.04.2012
Foto: Das neue Werk ist Teil der Strategie, stärker die Märkte im Westen zu erobern.
Das neue Werk ist Teil der Strategie, stärker die Märkte im Westen zu erobern. Quelle: dpa
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Peking

Trotz der schwächeren Konjunktur in China ist der Volkswagenkonzern zuversichtlich über die Aussichten auf seinem wichtigsten Einzelmarkt. Der größte Automarkt der Welt werde in diesem Jahr zwischen fünf und zehn Prozent zulegen, sagte der Vertriebschef von Volkswagen in China, Weiming Soh, am Sonntag vor der Automesse in Peking, die am Montag die Tore öffnet. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus informierten Kreisen erfuhr, sei das Ziel auf jeden Fall, schneller als der Gesamtmarkt wachsen zu wollen.

Am Montag wird in Wolfsburg in Gegenwart von Chinas Regierungschefs Wen Jiabao und Kanzlerin Angela Merkel der Vertrag für ein neues VW-Werk in Ürümqi in der nordwestchinesischen Region Xinjiang unterzeichnet. Welche Autos dort gebaut werden, „ist noch nicht entschieden“, sagte eine Quelle. „Es ist erstmal ein kleines Werk.“ Während andere 300.000 Autos produzieren, wird die neue Fabrik in Ürümqi anfangs für 20.000 bis 50.000 Autos ausgelegt sein. Die Investition wird laut offiziellen Medien in Xinjiang rund zwei Milliarden Yuan, heute 240 Millionen Euro, betragen.

Das neue Werk ist Teil der Strategie, stärker die Märkte im Westen zu erobern. „Der chinesische Markt verändert sich“, sagte Soh. In den wohlhabenden Küstenregionen in Ostchina rechne Volkswagen meist nur noch mit einem einstelligen Wachstum, während in einigen Provinzen im mittleren Westen zwischen 12 und 15 Prozent und im hinteren Westen mit 10 bis 12 Prozent erwartet werde. Auch seien die Kunden zunehmend jünger. Heute seien schon 43 Prozent in den 80er Jahren oder danach geboren. Vor fünf Jahren seien es nur 23 Prozent gewesen.

Das chinesische Wirtschaftswachstum habe sich zwar nach 9,2 Prozent 2011 im ersten Quartal auf 8,1 Prozent abgekühlt, doch sei es nur eine „Normalisierung“, sagte Soh. Die Verbraucherzuversicht sei weiter gut, ebenso die Zahl der Besucher in den Verkaufsräumen unverändert hoch. Die Volkswagengruppe habe im ersten Quartal ihren Marktanteil in China auf 19,7 Prozent steigern können. Vor einem Jahr habe er noch bei 17,9 Prozent gelegen. Der Absatz wurde im ersten Quartal um 15,6 Prozent auf 596.000 Autos gesteigert. China habe heute einen Anteil von 29 Prozent am Geschäft der Volkswagengruppe.

Der China-Chef von Audi, Dietmar Voggenreiter, sah „riesige Wachstumsmöglichkeiten“, weil es in China immer noch „viele weiße Flecken“ gebe. Audi wolle die Zahl seiner Händler in zwei Jahren von 230 auf 400 erhöhen. Es gebe 100 chinesische Metropolen mit mehr als fünf Millionen Einwohnern. Audi sei erst in 57 dieser Städte vertreten. Nach einem Wachstum von 37 Prozent im Vorjahr habe Audi in China im ersten Quartal sogar um 40 Prozent zugelegt. Die Kapazität seiner Werke werde bis 2015 von 300.000 auf 700.000 im Jahr ausgebaut. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir eine großartige Zukunft in China haben werden“, sagte Voggenreiter. 

dpa