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Deutschland / Weltweit VW-Werk Stöcken verliert Hoffnung auf den Crafter
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit VW-Werk Stöcken verliert Hoffnung auf den Crafter
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18:23 22.01.2014
Das Werk in Hannover-Stöcken hat umsonst gehofft: VW will Medienberichten zufolge den Großtransporter Crafter künftig in einem neuen Werk in Polen bauen lassen. Quelle: dpa
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Wolfsburg/Posen

Volkswagen steht kurz vor dem Bau eines neuen Werks für seinen Großtransporter Crafter in Polen. Die Konzernzentrale in Wolfsburg favorisiere den Standort im Großraum Posen, erfuhr die am Mittwoch aus Kreisen des Managements im VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover-Stöcken, das auch auf den Zuschlag für den Crafter-Bau hoffte. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwoch) berichtete ebenfalls von entsprechenden Plänen.

Bisher lässt VW den Großtransporter bei Daimler bauen, der Crafter gleicht größtenteils dem Mercedes Sprinter. Die Kooperation läuft 2016 aus, VW sucht daher schon seit längerem nach einer Alternative für die Zukunft des Crafter. Die "FAZ" berichtete, das Werk bei Posen werde mehr als eine halbe Milliarde Euro kosten und solle auf eine Jahreskapazität von 70 000 Einheiten kommen. Ein Sprecher von VW Nutzfahrzeuge (VWN) sagte am Mittwoch auf Nachfrage, es gebe noch keine Entscheidung. Die Suche nach einem Standort dauere an.

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Nach dpa-Informationen könnte die Fabrik in Stöcken künftig Teile der Produktion des VW-Kompaktvans Touran bekommen. Das seien bisher aber nur konkrete Überlegungen, sagten zwei mit dem Thema vertraute Personen. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh bestätigte generelle Gedankenspiele zur Auslastungsfrage in Stöcken und den möglichen Weg, Kapazitäten aus Wolfsburg ins nahe gelegene Hannover abzugeben. "Wir sind da in den Gesprächen", sagte er. Jedoch dürfte es - sollte es so kommen - eher nicht auf den Touran hinauslaufen. In Wolfsburg baut Volkswagen auch noch den Golf und den Tiguan. Bei den Überlegungen für Stöcken geht es um künftige Varianten bestehender Automodelle.

Bei dem Thema hängt in Stöcken vieles mit vielem zusammen. Dort lackiert VW bisher auch die Porsche-Luxuslimousine Panamera. Da Porsche aber in Leipzig jüngst ausgebaut hat, könnte dieser Auslastungsfaktor für Stöcken enden. Der auch in Hannover gebaute Pick-up Amarok könnte Varianten erhalten, die in die USA gehen.

VW prüft dies, entschieden ist aber noch nichts. Festlegungen auf neue Werke oder Erweiterungen bestehender Fabriken benötigen im VW-Aufsichtsrat die Zustimmung der Arbeitnehmerseite. Ende Februar steht die nächste Sitzung der Kontrolleure an.

Im westpolnischen Posen ist der Wolfsburger Konzern schon bestens bekannt: Die Marke VW Nutzfahrzeuge baut dort mit mehr als 6200 Beschäftigten den Kleintransporter Caddy und den größeren T5. Die Nutzfahrzeug-Tochter MAN stellt mit über 1000 Mitarbeitern Stadt- und Überlandbusse her. Nach dpa-Informationen will der Konzern demnächst verstärkt Synergien zwischen VWN sowie den Lkw-Töchtern Scania und MAN anschieben, indem das Modell Caddy mit Scania kooperiert und das Modell Crafter mit MAN.

dpa