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Deutschland / Weltweit Veranstalter sagen Ägypten-Reisen bis Mitte Februar ab
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Veranstalter sagen Ägypten-Reisen bis Mitte Februar ab
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18:33 01.02.2011
Das Auswärtige Amt rät wegen der anhaltenden Unruhen jetzt dringend von Reisen nach ganz Ägypten ab.
Das Auswärtige Amt rät wegen der anhaltenden Unruhen jetzt dringend von Reisen nach ganz Ägypten ab. Quelle: dpa
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Etliche deutsche Reiseveranstalter haben ihre Ägypten-Reisen wegen der Unruhen im Land jetzt bis Mitte Februar abgesagt. Touristen, die einen Pauschalurlaub im Land der Pyramiden bereits gebucht hatten, haben nun keinen Anspruch mehr darauf, dorthin geflogen zu werden. „Die Veranstalter müssen allerdings den vollen Reisepreis zurückzahlen, wenn sie den Reisevertrag kündigen“, erklärte Paul Degott, Fachanwalt für Reiserecht in Hannover, am Dienstag dem dpa-Themendienst.

Die Entscheidung der Reisebranche folgte auf eine erneute Verschärfung der Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes. Es rät wegen der anhaltenden Unruhen jetzt „dringend“ von allen Reisen nach Ägypten ab. Das gilt auch für die großen Touristenzentren am Roten Meer. Vor allem größere Reiseveranstalter nutzen in solchen Fällen die Möglichkeit, den Kunden Umbuchungen anzubieten.

Das heißt: Wer eine Reise ans Rote Meer mit einem Abflugtermin in den kommenden Tagen gebucht hatte, weicht auf einen deutlich späteren Zeitpunkt oder auf ein anderes Reiseziel wie die Kanarischen Inseln aus. Umbuchungen bieten die Veranstalter auch über den Zeitraum ihrer Absagen hinaus an, in der Regel bis Ende Februar.

Wenn das Hotel am neuen Zielort zum Beispiel dann einen Stern mehr hat und mehr kostet, kann der Veranstalter grundsätzlich auf diesen Mehrkosten bestehen: „Wenn der alte Reisevertrag gekündigt wurde, gibt es ein neues Vertragsangebot“, erläuterte Degott. „Der Veranstalter kann dann zum Beispiel 400 Euro mehr verlangen. Und der Kunde muss dann überlegen: Will er das oder will er das nicht?“

Kleinere Veranstalter hätten die Möglichkeit, Umbuchungen anzubieten, oft nicht, sagte Degott. „Wer bei einem Kleinen gebucht hat, hat natürlich die gleichen Rechte“, ergänzte Beate Wagner, Reiserechtsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Aber es wird möglicherweise schwieriger, sie durchzusetzen.“

Die Veranstalter sagen ihre Ägypten-Reisen mit Berufung auf „höhere Gewalt“ ab. Allerdings hat das Auswärtige Amt keine formale Reisewarnung für Ägypten ausgesprochen, die in der Reisebranche oft als Voraussetzung genannt wird. Das Recht, den Reisevertrag wegen „höherer Gewalt“ zu kündigen, hänge allerdings entgegen der weit verbreiteten Ansicht auch gar nicht von einer solchen Reisewarnung ab, erläuterte Beate Wagner. „Reisewarnungen sind äußerst selten.“ Sie werden nach Angaben des Auswärtigen Amtes ausgesprochen, wenn „eine akute Gefahr für Leib und Leben besteht“. Deutsche, die in dem betroffenen Land leben, werden dann zur Ausreise aufgefordert.

Ob „höhere Gewalt“ vorliegt, habe aber nicht das Auswärtige Amt zu entscheiden - „das entscheiden im Zweifelsfall die Gerichte“, sagte Wagner. Prinzipiell sei höhere Gewalt gegeben, wenn ein unerwartetes, bei der Buchung der Reise noch nicht absehbares Ereignis, zum Beispiel eine Naturkatastrophe, einen Urlaub zu vereiteln droht.

Bei der Einschätzung darüber seien die Aussagen des Auswärtigen Amtes allerdings eine Orientierungshilfe. Nach Wagners Ansicht war bereits der Sicherheitshinweis des Ministeriums vom Montag, in dem von Reisen nach Ägypten „abgeraten“ wurde, als Hinweis auf das Vorliegen von höherer Gewalt zu werten.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

dpa

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