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Deutschland / Weltweit Nicht nur für Weihnachtsgeschenke
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Nicht nur für Weihnachtsgeschenke
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00:15 14.11.2013
Extra-Geld zum Jahresende bekommt etwa jeder zweite Arbeitnehmer. Quelle: dpa
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Das Fest der Feste rückt wieder näher – und damit auch der Termin für die Überweisung des sogenannten Weihnachtsgeldes. Gut jeder zweite Beschäftigte in Deutschland bekommt diese Sonderzahlung zum Jahresende, hat jedenfalls das von den Gewerkschaften getragene Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut ermittelt. Doch was fangen die Empfänger damit an? Fließt das Geld in Weihnachtsgeschenke, landet es auf dem Sparkonto oder ist es Teil des normalen Haushaltsbudgets? Die Gewerkschaft ver.di wollte es genauer wissen und gab eine Umfrage in Auftrag.

Ein wichtiges Ergebnis: Der Zuschuss ist für viele existenznotwendig. Fast jeder dritte Bezieher komme ohne die Sonderzahlung finanziell nicht über die Runden, ergab die am Montag vorgestellte Umfrage von Infratest. Dies gilt vor allem für Beschäftigte mit einem monatlichen Einkommen von unter 1500 Euro, aber auch ein Drittel der Befragten mit einem Einkommen zwischen 1500 und 3000 Euro erklärte, darauf angewiesen zu sein.

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Drei von vier Empfängern geben das Extra am Jahresende der Umfrage zufolge für Weihnachtsgeschenke aus. Immerhin 68 Prozent verwenden das Weihnachtsgeld, um mit der Familie etwas zu unternehmen, 37 Prozent nutzen es für eine Urlaubsreise und 67 Prozent für besondere Anschaffungen. Die Schuldentilgung mithilfe der Sonderzahlung ist dagegen nur für eine Minderheit von 16 Prozent der Bezieher ein Thema. „Ein hoher Anteil der Jahressonderzahlung fließt somit unmittelbar in den direkten Konsum und kurbelt damit die Binnenwirtschaft an“, sagte ver.di-Chef Frank Bsirske. Oft leiste es aber auch einen maßgeblichen Beitrag zum Haushaltseinkommen.

Insgesamt bekommen der Umfrage zufolge nur 46 Prozent der Beschäftigten überhaupt Weihnachtsgeld. Die von den Gewerkschaften getragene Hans-Böckler-Stiftung war dagegen in einer Onlineumfrage vor wenigen Wochen auf 54 Prozent bekommen. An dieser Umfrage hatten sich ver.di zufolge aber mehr Gewerkschaftsmitglieder beteiligt, als bei der repräsentativen Umfrage von TNS Infratest unter 502 Befragten, deren Aussagekraft somit höher ist.

Diese ergab auch, dass das Weihnachtsgeld in fast zwei Dritteln der Fälle geringer ist als ein Monatsgehalt – im Osten Deutschlands noch häufiger als im Westen. Während unter den Angestellten 51 Prozent angaben, Weihnachtsgeld zu bekommen, waren es unter den Beamten nur 20 Prozent. Generell bekommen Frauen seltener Weihnachtsgeld als Männer, junge Angestellte seltener als ältere.

Und noch ein interessantes Ergebnis: Viele Arbeitnehmer wissen nicht, wie sich die Höhe ihres Weihnachtsgeldes berechnet. In Ostdeutschland gilt dies für 64 Prozent, im Westen für 48 Prozent der Empfänger.

Ganz ohne Hintersinn hat die Gewerkschaft die Umfrage übrigens nicht veranlasst – es geht um Werbung in eigener Sache. „Weil vor allem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Tarifbindung von Weihnachtsgeld-Regelungen profitieren, wird ver.di vom 11. bis zum 16. November im Rahmen der Aktionswoche (...) über die Rolle von Gewerkschaften bei der Vereinbarung solcher Zusatzleistungen informieren“, teilte ver.di mit. Motto der Aktion: „Am Ende ist mehr drin.“

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