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Deutschland / Weltweit Verhandlungen über griechischen Schuldenschnitt vor dem Abschluss
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Verhandlungen über griechischen Schuldenschnitt vor dem Abschluss
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09:38 21.01.2012
In Athen wird mit Hochdruck über den griechischen Schuldenschnitt verhandelt.
In Athen wird mit Hochdruck über den griechischen Schuldenschnitt verhandelt. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Athen

Die Verhandlungen über den griechischen Schuldenschnitt stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. „Elemente eines noch nie dagewesenen freiwilligen Schuldenschnitts werden in die Tat umgesetzt“, erklärte ein Sprecher des Internationalen Bankverbandes am frühen Samstagmorgen in Athen.

Zuvor hatten der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos und der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos fast sechs Stunden lang mit dem Chef des Internationalen Bankenverbandes Charles Dallara verhandelt. Es müsse jetzt entschlossen gehandelt werden um diesen „historischen Deal“ zu einem Ende zu bringen und Griechenland zu stabilisieren, hieß es weiter. Die Verhandlungen sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden, erklärte der Sprecher des IIF.

Mehrere griechische Medien berichteten übereinstimmend von Fortschritten bei den Gesprächen. Offen ist jedoch weiter, ob große Gläubiger - vor allem die Hedge-Fonds - bei dem geplanten Schuldenerlass für Athen so mitziehen wie erhofft. Strittig seien noch die Zinsen der neuen Staatsanleihen, die die alten ersetzen sollen. Griechische Medien gehen davon aus, dass die angestrebte Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) spätestens am Montag fertig sein könnte.

Diese Absichtserklärung bedeutet jedoch noch nicht, dass der langwierige Schuldenschnitt-Prozess damit zu Ende ist. Ob der erfolgreich wird, hängt davon ab, wie viele Banken und andere Besitzer griechischer Staatsanleihen mitmachen und auf Geld verzichten. Angepeilt ist die Summe von 100 Milliarden Euro. Der Finanzminister plant nach eigenen Angaben, das Memorandum mit dem IIF seinen Kollegen der Eurogruppe am Montag zu präsentieren.

Den teilweisen Schuldenerlass für Athen sollen die privaten Gläubiger freiwillig schultern. Ihr Engagement ist ein entscheidender Baustein für das zweite, 130 Milliarden Euro schwere Hilfsprogramm für Griechenland. Die privaten Gläubiger, darunter Banken und Hedge-Fonds, sollen bestehende Anleihen in neue tauschen, dabei auf Teile ihrer Forderungen verzichten und auch niedrigere Zinsen in Kauf nehmen.

Am Samstagmorgen deuteten Informationen aus Bankkreisen darauf hin, dass die Geldgeber aus Europa (Euroland) noch niedrigere Zinsen von den Banken fordern. Die Rede war unter drei Prozent. Anderenfalls könnte Griechenland nie auf eigenen Beinen stehen können. Die Banken wollten dies nicht akzeptieren. Solche Zinsen würden keinen locken, beim Schuldenschnitt mitzumachen, hieß es aus Bankkreisen. 

dpa

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