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Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Wall Street beflügelt Tokios Börse
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11:22 11.11.2014
Foto: Die Börse in Tokio hat nach dem Rekordhoch an der Wall Street kräftig zugelegt.
Die Börse in Tokio hat nach dem Rekordhoch an der Wall Street kräftig zugelegt.  Quelle: dpa (Archiv)
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Tokio

Nach den Rekordhochs an der Wall Street hat auch die Börse in Tokio am Dienstag kräftig zugelegt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte schloss erstmals seit sieben Jahren über der psychologisch wichtigen Marke von 17.000 Punkten. Dazu trugen auch Spekulationen bei, wonach Ministerpräsident Shinzo Abe die für kommendes Jahr geplante weitere Anhebung der Verbrauchssteuer von 8 auf 10 Prozent angesichts der schwachen Wirtschaftslage verschieben könnte. Am Dienstag sorgten Äußerungen von Regierungsvertretern für Erwartungen, dass Abe noch vor Jahresablauf Neuwahlen ausrufen könnte.

Eine erste Anhebung im April von 5 auf 8 Prozent hatte die Nachfrage derart stark gedämpft, dass die Wirtschaft in den folgenden drei Monaten so stark schrumpfte wie seit fünf Jahren nicht. Die Steuer ähnelt der deutschen Mehrwertsteuer. Abe will im kommenden Monat entscheiden, ob die Steuer weiter angehoben wird. Dies will er unter anderem von den neuesten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal des noch bis Ende März 2015 laufenden Fiskaljahres abhängig machen. Vorläufige Daten werden am kommenden Montag bekanntgegeben, die revidierte Zahlen folgen am 8. Dezember. In Marktkreisen wird damit gerechnet, dass die BIP-Zahlen enttäuschend ausfallen werden. Ein Verschieben der Steueranhebung könnte die Sorgen um einen weiteren wirtschaftlichen Abschwung dämpfen. Vor diesem Hintergrund schossen die Kurse an der Börse nach oben. Zum Handelsende wies der Nikkei-Index ein sattes Plus von 343,58 Punkten oder 2,05 Prozent aus beim Stand von 17 124,11 Zählern. Der breit gefasste Topix stieg um 15,10 Punkte oder 1,11 Prozent und ging beim Stand von 1375,21 Zählern aus dem Geschäft.

Die Steueranhebung soll dazu dienen, die in Folge der rapiden Überalterung der Gesellschaft steigenden Sozialkosten sowie Japans  horrenden Schuldenberg in den Griff zu bekommen. Mit einer öffentlichen Verschuldung von rund 240 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes ist Japan so hoch verschuldet wie kein anderes großes Industrieland. Allerdings steht der japanische Staat überwiegend bei seinen eigenen Bürgern in der Kreide. 

dpa

Jens Heitmann 10.11.2014
10.11.2014