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Deutschland / Weltweit US-Traditionskonzerne wollen fusionieren
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit US-Traditionskonzerne wollen fusionieren
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10:27 26.03.2015
Foto: „Nach meinem Geschmack“: Warren Buffett bringt Heinz in die Ehe ein.
„Nach meinem Geschmack“: Warren Buffett bringt Heinz in die Ehe ein. Quelle: dpa
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Pittsburgh/Northfield

Das neue Unternehmen soll „The Kraft Heinz Company“ heißen und mit einem Umsatz von rund 28 Milliarden Dollar der drittgrößte Nahrungsmittel- und Getränkekonzern in Nordamerika und die Nummer fünf weltweit werden.
„Das ist ein Geschäft nach meinem Geschmack“, erklärte Buffett am Mittwoch. Als Besitzer von Heinz Ketchup werden der Großinvestor und 3G 51 Prozent an dem neuen Lebensmittelkonzern halten.

Die Aktionäre der börsennotierten Kraft Foods Group sollen die restlichen Anteile und zusätzlich eine Sonderdividende in Höhe von 10 Milliarden Dollar bekommen. Diese wird den Angaben zufolge von Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway und den Brasilianern aufgebracht.

Internationale Expansion geplant

Der Börsenwert von Kraft Foods Group lag gemessen am New Yorker Aktienschlusskurs vom Dienstag bei gut 36 Milliarden Dollar. Buffett und 3G hatten für Heinz vor zwei Jahren 23 Milliarden Dollar bezahlt. Daneben besitzt 3G die Fast-Food-Kette Burger King, die sie in den letzten Jahren einem radikalen Sparkurs unterzogen hat.

Inzwischen sind Börsenguru Buffett und die brasilianische Private-Equity-Firma ein eingespieltes Team. Auch die im vergangenen Jahr beschlossene Übernahme der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons durch Burger King tüftelten sie gemeinsam aus.

Der Zusammenschluss ebne den Weg für eine internationale Expansion, sagte Buffett dem amerikanischen TV-Sender CNBC. Kraft hatte sich vor drei Jahren aufgespalten: Die Snacksparte und das internationale Geschäft mit bekannten Marken wie Milka und Jacobs wurden unter dem Namen Mondelez ausgegliedert. Kraft selbst behielt das kleinere nordamerikanische Geschäft unter anderem mit der US-Getränke- und Käse­sparte sowie das Fertigproduktegeschäft. Trotz einer Reihe etablierter Marken wie Velveeta-Käse und Oscar-Mayer-Fleischprodukte tut sich Kraft schwer damit, das Umsatzwachstum anzukurbeln.

Im vergangenen Jahr litt das Unternehmen unter einem schleppenden Umsatz und sinkenden Gewinnen. Im Dezember nahm Vorstandschef Tony Vernon seinen Hut und wurde von Verwaltungsratschef John Cahill beerbt. Für Kraft Foods dürften die neuen Besitzverhältnisse vor allem mit Einsparungen und Konzernumbau verbunden sein. 3G eilt ein Ruf als knallharter Sanierer voraus.

Die Kraft-Aktionäre und die Wettbewerbshüter müssen dem Zusammenschluss noch zustimmen. Wenn alles glatt läuft, soll die Fusion in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. An der Börse kamen die Pläne gut an – die Kraft-Aktie verteuerte sich zum Handelsstart um ein Drittel.

dpa