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Deutschland / Weltweit Deutsche Wirtschaft hängt ganz Europa ab
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Deutsche Wirtschaft hängt ganz Europa ab
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00:22 18.05.2014
Von Alexander Dahl
Foto: Bei dem kräftigen Wachstum spielt auch die Witterung eine Rolle - speziell in der Baubranche.
Bei dem kräftigen Wachstum spielt auch die Witterung eine Rolle - speziell in der Baubranche. Quelle: dpa (Archiv)
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Berlin

Die deutsche Wirtschaft präsentiert sich in einer überraschend starken Verfassung und hängt alle anderen Volkswirtschaften in der EU ab. Im ersten Quartal 2014 wuchs die Wirtschaftsleistung laut Statistischem Bundesamt im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,5 Prozent – eine derart starke Steigerung gab es zuletzt vor zwei Jahren. In Relation zum vierten Quartal 2013 gab es ein Plus von 0,8 Prozent. Der Deutsche Aktienindex kletterte gestern vorübergehend auf 9810 Punkte und erreichte damit ein historisches Rekordhoch.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sprach angesichts der guten Konjunkturdaten von „robustem Wachstum“, das sich bei solidem Zuwachs der Löhne im Jahresverlauf fortsetzen werde. In der EU hingegen gab es im Vergleich der ersten Quartale 2013 und 2014 nur ein Plus von 0,2 Prozent, wie die Statistiker von Eurostat in Luxemburg bekanntgaben. Frankreich plagt Nullwachstum, Italien, drittgrößte Euro-Volkswirtschaft, steckt mit minus 0,1 Prozent in der Rezession, ebenso Portugal und Zypern (minus 0,7 Prozent). Spanien hat sich erholt (plus 0,4 Prozent).

Die deutsche Wirtschaft profitiert ausschließlich von einem starken Konsum im Inland. Der milde Winter trug außerdem dazu bei, dass die Baukonjunktur schneller wieder anziehen konnte. Das Wachstum wäre sogar noch stärker ausgefallen, wäre es nicht vom flauen Außenhandel gebremst worden: Zum Jahresbeginn 2014 wurden weniger Waren exportiert, aber deutlich mehr Waren importiert als im Schlussquartal 2013. Dies aber dürfte angesichts der robusten Weltkonjunktur nur ein Ausrutscher nach unten sein, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.

Auch die Zahl der Beschäftigten in Deutschland hat zugelegt: Im ersten Quartal 2014 waren 41,7 Millionen Menschen erwerbstätig –  344 000 Personen oder 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.Die mehr als 40 000 Unternehmen in der Region Hannover blicken ebenfalls optimistisch auf 2014. Der jüngste HAZ-Hannover-Trend, der in Zusammenarbeit mit der Creditreform, IHK und Arbeitsagentur entsteht, hatte gezeigt, dass erstmals seit mehreren Quartalen wieder eine Mehrheit der Unternehmen Personal einstellen will.