Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen 23.000 neue Jobs durch Dienstleister
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen 23.000 neue Jobs durch Dienstleister
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 02.12.2016
Von Lars Ruzic
Fachkräfte wie IT-Spezialisten sind schwer zu finden.
Fachkräfte wie IT-Spezialisten sind schwer zu finden. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Die unternehmensnahen Dienstleister machen ihrem Ruf als niedersächsischer Jobmotor alle Ehre. Nach einer Umfrage ihres Unternehmensverbandes AGA haben die Betriebe im zu Ende gehenden Jahr mehr als 23.000 Arbeitsplätze geschaffen - doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Im kommenden Jahr soll sich der Trend fortsetzen. Mit rund 14.000 neuen Jobs rechnet der Verband 2017. „Das ist ein sichtbares Zeichen für das kräftige Wachstum unserer Betriebe“, sagte Philipp Neddermeyer, Geschäftsführer der AGA-Landesgruppe Niedersachsen.

Der Verband sieht sich als Sprachrohr unzähliger Dienstleistungsbranchen - vom Wachdienst bis zum Unternehmensberater. In Niedersachsen zählt der Wirtschaftszweig gut 710.000 Beschäftigte in mehr als 80.000 Betrieben. Die Zahl der Firmen sei im zu Ende gehenden Jahr um gut 8000 geschrumpft, berichtete Holger Bissel von der Auskunftei Creditreform: „Hier hat ein Konzentrationsprozess stattgefunden.“ In der oft aus kleinen und mittelgroßen Betrieben bestehenden Branche häufen sich inzwischen Übernahmen und Zusammenschlüsse.

Den Mut dazu bringen die Unternehmer immer häufiger auf, denn die Geschäfte laufen glänzend. Der Konjunkturindex des AGA, ermittelt auf Basis einer Umfrage unter 300 niedersächsischen Unternehmen, ist auf 140 Punkte gestiegen - ein Allzeithoch. Die Firmen berichten im Durchschnitt von fast 6 Prozent Umsatzplus in 2016 und kalkulieren mit einem weiteren Zuwachs von fast 5 Prozent im neuen Jahr. Seit Jahren profitieren die Dienstleister vom Trend in großen Unternehmen, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren und alles andere fremd zu vergeben.

Ihren Personalbedarf können die Betriebe allerdings nur noch mit Mühe decken. Drei von vier Befragten gaben an, dass es für sie schwierig oder sehr schwierig sei, geeignete Fachkräfte zu finden. Firmen müssten heute deutlich mehr Geld in Personalakquise und -einarbeitung investieren, sagte Bissel. In diesem Jahr haben vor allem Finanzdienstleister, IT-Spezialisten und Unternehmensberater Personal aufgebaut.