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Niedersachsen Digitalisierung verändert Agrarwelt
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00:15 14.11.2013
Von Carola Böse-Fischer
Riesige Traktoren mit moderner Technik - auf der Agritechnika in Hannover. Quelle: Alexander Körner
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Hannover.

Den klassischen Bauernhof wird es wohl bald nicht mehr geben. Die Digitalisierung mit immer mehr Elektronik, Senoren und Software verändert die Agrarwelt rasant und grundlegend, wie der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Carl-Albrecht Bartmer, am Montagabend vor mehr als 2500 Gästen zur Eröffnung der Agritechnica in Hannover sagte.

Angesichts der Herausforderung, in wenigen Jahrzehnten die Produktion von Nahrungsmitteln für fast 10 Milliarden Menschen zu verdoppeln, sieht der DLG-Präsident keine Alternative zu einer ständigen Modernisierung der Landwirtschaft weltweit. Die innovativen Systeme, die auf der weltgrößten Landtechnikmesse gezeigt werden, würden helfen, mehr zu ernten und gleichzeitig die knappen Ressourcen wie Boden und Wasser, aber auch die biologische Vielfalt zu schonen. Bartmer verwies darauf, dass durch technischen Fortschritt die Weizenerträge weltweit in den vergangenen 40 Jahren verdoppelt worden seien.

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Verbesserung der Effizienz auf dem Acker – das ist die Losung der Landtechnikindustrie auf der Agritechnica. Die Geschäfte der Hersteller boomen. „Die Stimmung in unserer Branche könnte nicht besser sein“, sagte VDMA-Geschäftsführer Bernd Scherer. Denn die deutschen Unternehmen hätten ihre weltweite Spitzenposition in diesem Jahr wieder verteidigt.

Der Umsatz der Hersteller von Landmaschinen und Traktoren dürfte laut Scherer 2013 um gut 7 Prozent auf rund 8,2 Milliarden Euro zulegen und damit ein Rekordniveau erreichen. Auch das nächste Jahr werde nicht schlecht. Die Branche rechne nach dem stürmischen Wachstum der vergangenen Jahre mit einer „gewissen Beruhigung“ der Märkte. „Wir werden uns aber auf einem sehr hohen Niveau bewegen“, erklärte Scherer. Das zeige unter anderem die gute Kapazitätsauslastung der Unternehmen, die zurzeit bei 83 Prozent im Durchschnitt liege.

Von der Agritechnica erhoffen sich die Landtechnikhersteller zusätzlichen Schwung für ihr Geschäft. Was die Branche optimistisch macht, ist die „Topstimmung“ bei den Landwirten, wie Scherer erklärte. Gute Erzeugerpreise beflügelten die Investitionsabsichten von landwirtschaftlichen Betrieben und Lohnunternehmen.

Umso wichtiger ist für den DLG-Präsidenten, die „Deutungshoheit“ über die moderne Landwirtschaft zurückzugewinnen. Den Mangel an eigener Kommunikation hätten sich andere zu Nutze gemacht wie NGOs, Kirchen, Medien und Politik. Mitunter würden „bewusst Lügen“ verbreitet. Bartmer forderte ein neues Kommunikationskonzept, um die Akzeptanz der industriellen Landwirtschaft bei der Bevölkerung zu verbessern.

Die Agritechnica, die von der DLG veranstaltet wird, läuft bis zum kommenden Sonnabend auf dem Messegelände. Die Rekordzahl von rund 2900 Ausstellern aus 47 Ländern präsentiert ihre Neuheiten. Etwa 1500 Firmen kommen aus dem Ausland. Die DLG erwartet rund 400 000 Besucher. In der Branche wird sogar von 500.000 Besuchern gesprochen.

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