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Niedersachsen Atommanager sehen sich am Pranger
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22:10 28.11.2014
Von Michael B. Berger
„Praktisch in neuwertigem Zustand“: Das meint der Betreiber e.on über sein Atomkraftwerk in Grohnde. Quelle: dpa
Hannover

„Obwohl der Streit um die Zukunft der Kernenergie ausgefochten ist, werden uns bei erforderlichen Genehmigungen etwa zur Zwischenlagerung des Atommülls ständig neue Hürden aufgebaut“, sagt Fischer. „Man hat den Eindruck, das Aufstellen von Maßstäben geschieht manchmal nach politischer Willkür. Es werden neue Anforderungen an uns gestellt, die private Betreiber vor immense Herausforderungen stellen.“

Der promovierte Ingenieur ist für alle deutschen Kernkraftwerke des e.on-Konzerns zuständig und auch atomrechtlich Verantwortlicher für die niedersächsischen Kernkraftwerke Grohnde und Unterweser, das im Jahr 2011 abgeschaltet worden ist. Zu den Instrumenten  politischer Stimmungsmache rechnet Fischer auch jene Sicherheitskonferenz, die Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) zu Grohnde am kommenden Mittwoch in Hameln veranstaltet.

Mit Unverständnis registrieren die Techniker, dass die über Jahrzehnte entwickelte Sicherheitskultur in den Kraftwerken von politischer Seite zum Teil infrage gestellt wird. So suggeriere etwa die Rede von den „alten“ Meilern wie Grohnde und der verbliebenen „Restlaufzeit“ zu Unrecht, dass man es mit verbrauchten oder gar abgenutzten Kraftwerken zu tun habe. „Auch der Begriff des Alterungsmanagements etwa wird gegen uns verwendet. Dabei stammt er von uns und bedeutet eine ständige, systematische Überprüfung der Materialien, Abläufe und Überwachungsregeln.“ Das Alterungsmanagement setze nicht erst zum Schluss an, sondern von Beginn der Laufzeit eines Meilers. So würden im Schnitt pro Jahr über 8000 wiederkehrende Prüfungen auf einer kerntechnischen Anlage durchgeführt. Sie erhielten die Anlage praktisch im neuwertigen Zustand. „Hinzu kommt ein international einmaliges System der atomaufsichtlichen Kontrolle in Deutschland“, sagt Cheftechniker Michael Fuchs.

Zum Anheben der Maßstäbe rechnen Fischer und Fuchs etwa die sicherheitstechnischen Nachrüstungen der Zwischenlager an den Atomkraftwerken. Diese Zwischenlager seien zwischen 2003 und 2005 in Betrieb genommen worden – nach dem Stand von Wissenschaft und Technik. Dann kamen die ersten Nachrüstungen und dann die zweiten. „Dass wir als privates Unternehmen die Anlagen passiv schützen müssen, steht außer Zweifel. Aber bei der Abwehr möglicher terroristischer Angriffe, kann sich schon die Frage stellen, sind wir als Stromerzeuger dazu allein in der Pflicht oder nicht auch der Staat?“

Eine „schleppende Erteilung von Genehmigungen“ beklagen die e.on-Manager auch bei Behältern und Einrichtungen, die für den Rückbau der Kraftwerke erforderlich seien. Dafür machen sie auch das Bundesamt für Strahlenschutz verantwortlich, das mit den manchen Genehmigungen auf sich warten lasse. „Wir schleppen 20 bis 30 Genehmigungen vor uns her“, sagt Cheftechniker Fuchs. „Wir haben früher in vier Jahren ein Kernkraftwerk gebaut, heute brauchen wir sieben bis acht Jahre, den Schwall von Genehmigungen zu erhalten, um überhaupt mit dem Rückbau beginnen zu können. Dabei ist der gewünscht“, sagt Fischer.

Zerbrochene Feder

Das Kraftwerk Grohnde geriet Ende Mai dieses Jahres in die Schlagzeilen, als der e.on-Konzern bei einer Revision des Werkes gebrochene Federn an Drosselklappen entdeckte. Diese Federn sind nach e.on-Angaben sicherheitstechnisch nicht von Relevanz. Die Drosselklappen regulieren bei den 132 Brennelementen den Kühlmittel­zufluss, allerdings auch ohne die Federn. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel sprach damals von einem „ernsten Fall“ und schaltete einen Gutachter hinzu. Der e.on-Konzern entschied sich, alle 132 Drosselkörper gründlicher zu überprüfen, nachdem bei neun von ihnen defekte Federn entdeckt worden waren. „Das war unsere Entscheidung“, betonen die e.on-Leute. Nach zwei Monaten Stillstand wurde der Reaktor am 20. Juni wieder hochgefahren.

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