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Niedersachsen Autoflaute ficht Conti nicht an
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Autoflaute ficht Conti nicht an
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17:57 02.08.2012
Von Lars Ruzic
Continental sieht sich dank eines Milliardengewinns zum Halbjahr auf Kurs. Quelle: dpa
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Hannover

Damit haben die Hannoveraner nach sechs Monaten schon vier Fünftel dessen eingespielt, was 2011 unterm Strich verblieb. „Die gute Entwicklung in den USA und China hat uns geholfen“, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer der HAZ. Auch für den Rest des Jahres sei von einer „stabilen Entwicklung auszugehen“. Die Beschäftigten haben gut zu tun: „Auslastungsprobleme sind derzeit kein wesentliches Thema“, so Schäfer.

Der Konzern leistete es sich sogar, seine Ziele für das Gesamtjahr leicht anzuheben: Conti geht nun von einem Umsatzplus von 7 Prozent auf dann 32,5 Milliarden Euro aus, die um Sondereffekte bereinigte operative Rendite solle höher ausfallen als 2011 (10,1 Prozent). In der ersten Jahreshälfte wurden diese Ziele schon übererfüllt. Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro, die bereinigte Marge erreichte 11,1 Prozent. „Grund für diese Neueinschätzung ist die leicht rückläufige Belastung aus den zuvor stark gestiegenen Rohstoffkosten“, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart.

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Dieser Effekt lässt sich besonders anschaulich an der Entwicklung der hannoverschen Reifensparte ablesen. Im vergangenen Jahr hatte sie wegen stark gestiegener Kautschukkosten mehrfach an der Preisschraube gedreht. Nun ist Kautschuk wieder günstiger – die Conti-Reifen aber nicht. Obwohl der Ersatzmarkt derzeit in vielen Ländern der Welt schwächelt und Conti im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur marginal mehr Pneus absetzen konnte, stieg der Umsatz der Sparte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 16 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Noch offensichtlicher zeigt sich der Preiseffekt im operativen Gewinn: Er stieg um 44 Prozent auf 814 Millionen Euro. Das entspricht einer Umsatzrendite von mehr als 17 Prozent. Degenhart bemühte sich gestern klarzustellen, dass solche Margen „aufgrund der in Zukunft wieder zu erwartenden Preissteigerungen auf Dauer nicht der Maßstab sein“ könnten.

Von solchen Werten können die Zulieferdivisionen im Konzern nur träumen. Sie kommen auf Margen zwischen 2,5 und 9 Prozent. Auch sind sie deutlich anfälliger für die Ausschläge der Automobilkonjunktur als die Gummisparten. Conti will deshalb die Abhängigkeit von den Autoriesen verringern, mit denen die Hannoveraner derzeit 70 Prozent des Umsatzes erwirtschaften. Deshalb denke man auch wieder an Zukäufe etwa im Ersatzteil- oder Industriegeschäft, so Schäfer. „Noch hat der Schuldenabbau Vorrang, deshalb reden wir eher über Kaufpreise im zweistelligen Millionenbereich.“

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