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Niedersachsen Autoring schließt drei Betriebe
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Autoring schließt drei Betriebe
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22:23 20.08.2009
Von Stefan Winter
Ralf (links) und Frank Stietenroth wollen ihre Autokette gesundschrumpfen.
Ralf (links) und Frank Stietenroth wollen ihre Autokette gesundschrumpfen. Quelle: Christian Behrens
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„Wir müssen unsere Kapazitäten an die schrumpfenden Absatzzahlen anpassen“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Ralf Stietenroth. Das heiße nicht zwangsläufig, dass die Mitarbeiter dort entlassen werden müssten: „Wir werden uns um jeden Einzelnen, auch um die Auszubildenden kümmern.“ Bisher beschäftigt der Autoring an acht Standorten in der Region 750 Mitarbeiter, allein in Laatzen sind es rund 100.

Es liefen bereits Gespräche über sozialverträgliche Lösungen, bestätigte ein Sprecher der IG Metall: „In dieser Situation gilt es, alle tarifvertraglichen Instrumente zu nutzen, um betriebsbedingte Entlassungen zu vermeiden.“ Eine Möglichkeit dazu biete zum Beispiel die Altersteilzeit.

Stietenroth hatte Ende 2008 nach einem 10-prozentigen Absatzeinbruch eine Überprüfung der Standorte angekündigt. Aktuell sei das Geschäft durch die Abwrackprämie aufgebläht, man müsse sich aber auf den Einbruch danach einstellen. „Wir mussten eine Entscheidung treffen, welche unserer Standorte aus netzpolitischer Sicht die wichtigsten sind“, sagte Ralf Stietenroth. Die Kunden der drei aufgegebenen Standorte hätten für ihren VW, Audi oder Skoda weiter Anlaufstellen bei Marquardt in Langenhagen, Stietenroth in Großburgwedel und Petzold in Lehrte. Außerdem gehören das Autohaus Uetze und das Autohaus Rahlves in Ahlten zum Autoring.

Die Keimzelle des Verbunds ist das von Günter Stietenroth 1963 gegründete Autohaus in Großburgwedel. Inzwischen führen seine Söhne Ralf und Frank die Geschäfte. Der Zusammenschluss mit der Autohaus-Petzold-Gruppe in Lehrte brachte 2004 den entscheidenden Wachstumsschub, ein Jahr später kam Petermax Müller hinzu.

Nach der ehrgeizigen Expansion kämen die Probleme nicht ganz überraschend, hieß es am Donnerstag in der Branche: „Die haben ein riesiges Rad gedreht.“ Gerüchte, „dass etwas im Gange ist“, habe es schon lange gegeben. Ein anderer Insider spricht von „Marktbereinigung“: In der Region Hannover gebe es zu viele Händler der VW-Konzernmarken.

von Martin Lauber und Stefan Winter