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Niedersachsen Avista-Oil-Tochter im Visier holländischer Ermittler
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Avista-Oil-Tochter im Visier holländischer Ermittler
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06:54 19.02.2015
Von Jens Heitmann
Eine Tochter von Avista Oil in Uetze hat die Staatsanwaltschaft im Haus. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Im Rahmen der Untersuchung seien mehrere Manager kurzzeitig festgenommen und verhört worden, teilte die Staatsanwaltschaft Rotterdam mit. Zu den Verdächtigen soll nach Angaben aus Unternehmenskreisen auch Avista-Oil-Chef Marc Verfürth gehören, der zudem Geschäftsführer der holländischen Tochter ist.

Der Konzern ist im Bereich der Sammlung von Gebrauchtölen und weiterer ölhaltiger Flüssigkeiten sowie in der Produktion von Ölen und Schmierstoffen tätig. Die Erzeugnisse werden an Mineralölhändler, Schmierstoffhersteller oder Industriebetriebe verkauft. Mit einer Kapazität von knapp 700 000 Tonnen im Jahr gehöre man in Europa zu den größten Anbietern, heißt es auf der Internetseite. Im Jahr 2012 - neuere Zahlen liegen nicht vor - erzielte Avista bei einem Umsatz von 226 Millionen Euro einen Gewinn von 16 Millionen Euro. Wubben erwirtschaftete mit 35 Beschäftigten Erlöse in Höhe von 11,5 Millionen Euro und einen Ertrag von rund einer Million Euro.

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Unter seinem Dach hat der Konzern eine Reihe von Tochter- und Beteiligungsfirmen gebündelt, die von der Sammlung über die Aufarbeitung und Schmierstoffproduktion bis hin zum internationalen Vertrieb tätig sind. Avista beschäftigt nach eigenen Angaben rund 600 Mitarbeiter (Stand März 2013) in fünf Raffinerien und weiteren Standorten in Europa und den USA.

Vor zwei Jahren ist die Milliarden­erbin und BMW-Großaktionärin Susanne Klatten bei Avista eingestiegen. Über ihre Beteiligungsfirma Skion hat sie sich mit rund 30 Prozent an der Gesellschaft beteiligt und ist seither zweitgrößte Aktionärin. Der Kaufpreis habe im höheren zweistelligen Millionenbereich gelegen, hieß es damals.

Die holländische Tochter Wubben weist die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück. Das Unternehmen habe immer ordnungsgemäß gearbeitet und sei von den zuständigen Stellen regelmäßig kontrolliert worden, heißt es in einer Erklärung. Zu den Ermittlungen, die das Management betreffen, äußern sich weder die Tochter in den Niederlanden noch der Uetzer Mutterkonzern.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben die Ermittler bereits 2011 im Rahmen einer größeren Überprüfung von Lkws einen ersten Verdacht in puncto unlautere Abfallentsorgung geschöpft. Im April vergangenen Jahres habe man die Wubben-Zentrale durchsucht und Unterlagen sichergestellt. „Mit der Vermischung von Abfall- und Brennstoffen können große Profite gemacht werden“, erklärt die Rotterdamer Staatsanwaltschaft. Gegen drei andere Unternehmen aus der Branche seien von Gerichten bereits Geldstrafen von bis zu 480 000 Euro verhängt worden.

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