Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Bezahldienst sucht Kunden
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bezahldienst sucht Kunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:54 01.08.2017
Von Albrecht Scheuermann
Mehr Sicherheit beim Online-Kauf: Bei der Bezahlung mit Paydirekt müssen die Kunden ihre Bankdaten nicht im Internet preisgeben.
Mehr Sicherheit beim Online-Kauf: Bei der Bezahlung mit Paydirekt müssen die Kunden ihre Bankdaten nicht im Internet preisgeben. Quelle: Jens Kalaene
Anzeige
Hannover

Sie sollen künftig automatisch für diesen Service vorregistriert werden, was die Anmeldung deutlich bequemer macht. Dies bestätigte ein Sprecher des Sparkassenverbandes in Berlin.

Allerdings ist dafür eine Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen notwendig. Noch im August sollen Sparkassen-Kunden eine entsprechende Nachricht in ihrem Online-Postfach vorfinden. Diese soll einen Link enthalten, über den dann die Anmeldung bei Paydirekt erfolgt. Jeder Kunde könne aber selbst entscheiden, ob er dies wünsche, betonte der Sprecher. Der Verband kann jedoch nur Empfehlungen aussprechen, die Sparkassen sind selbstständig. Bei der Sparkasse Hannover hieß es, dass sie ihr Vorgehen derzeit noch prüfe.

Hinter Paydirekt stehen Deutschlands Sparkassen, Genossenschaftsbanken und private Banken. Das Online-Zahlverfahren gilt als besonders sicher, da der Kunde für den Bezahlvorgang keine Kontodaten preisgeben muss. Dennoch ist der Kreis der Nutzer bisher überschaubar. Insgesamt haben sich nach Angaben von Paydirekt bis heute gerade mal 1,2 Millionen Kunden für Paydirekt registriert. Paypal dagegen hat eigenen Angaben zufolge knapp über 19 Millionen „aktive Kunden“ in Deutschland. Über Umsatzzahlen will Paydirekt gar nichts sagen.

Die schwache Resonanz zeigt sich auch in Hannover. So haben sich von den mehr als 200 000 Kunden der Hannoverschen Volksbank bis heute gerade einmal 1250 bei Paydirekt angemeldet. Die Sparkasse Hannover lehnte es sogar ab, Zahlen zu nennen.

Immerhin kann der deutsche Paypal-Konkurrent auf ein strammes Wachstum verweisen: Ende 2016 waren es erst 850 000 Kunden - die Zahl hat sich also seitdem um etwa 40 Prozent erhöht. Außerdem gelingt es, neue Händler zu gewinnen, die diese Zahlungsform anbieten. Vor wenigen Tagen wurde mitgeteilt, dass nun auch die Hamburger Otto-Gruppe dabei ist. Sie betreibt laut dem EHI-Retail-Institute in Köln den zweitgrößten Online-Shop in Deutschland - mit großem Abstand hinter dem globalen Marktführer Amazon, aber vor dem Modehändler Zalando. Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ hat Paydirekt den Handelskonzern in Hamburg mit Millionenzuschüssen für den technischen Aufwand und die Werbung geködert.

Insgesamt bieten nach Angaben von Paydirekt 1160 Händler diese Zahlungsmethode an, „laufend kommen neue hinzu“. Indessen handelt es sich zum großen Teil um kleine Läden mit entsprechend wenig Umsatz. Laut Dorothee Frigge vom EHI-Retail-Institute tauchten von diesen Händlern nur 45 in der Liste der 1000 umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland im Jahr 2016 auf.

Sie boten ihren Kunden 2016 durchschnittlich sieben Zahlungsdienste an. Die EHI-Studie „Online-Payment 2017“ enthält aber auch eine erfreuliche Nachricht für Paydirekt: Demnach will ein gutes Drittel der befragten Händler im Laufe von zwei Jahren Paydirekt als weitere Zahlungsform einführen.

Niedersachsen Rückenwind von seinem Wartungsgeschäft - Triebwerkskonzern MTU setzt starkes Wachstum fort
28.07.2017
Jens Heitmann 27.07.2017
24.07.2017