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Niedersachsen Verkauf von Hasseröder geplatzt
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Verkauf von Hasseröder geplatzt
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16:49 02.07.2018
Daniel Deistler wollte die Brauereien Hasseröder und Diebels schlucken. Daraus wird jetzt nichts. Quelle: dpa
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Bremen/Hannover

Der Verkauf der Bierbrauerei Hasseröder in Wernigerode an einen kaum bekannten Finanzinvestor ist geplatzt. Der Brauereikonzern Anheuser-Busch InBev ( AB InBev) berichtete am Montag, dass er für Hasseröder sowie die Biermarke Diebels aus Issum am Niederhein erneut Gespräche „mit ausgewählten Interessenten“ führe. Im Januar hatte die Deutschland-Tochter des größten Bier-Konzerns der Welt den Verkauf der beiden Brauereien an den Finanzinvestor CK Corporate Finance in Kronberg gemeldet. Dieser habe jedoch bislang nicht alle Bedingungen erfüllt, um die Transaktion wie vorgesehen zur Jahresmitte abzuschließen. „Im Rahmen unserer Fokussierung streben wir weiterhin den Verkauf von Hasseröder und Diebels sowie der dazugehörigen Brauereistandorte an,“ betonte Harm van Esterik, Deutschlandchef von AB InBev.

Die Gewerkschaft NGG forderte, AB InBev solle „ jetzt rasch Klarheit“ schaffen und den Erhalt der Standorte und der Arbeitsplätze „in den Mittelpunkt der Verhandlungen“ stellen. „Die unerträgliche Unsicherheit für die Beschäftigten muss endlich ein Ende haben“, erklärte der stellvertretende NGG-Vorsitzende Guido Zeitler. Die Gewerkschaft sieht sich in ihren Vorbehalten gegen den Finanzinvestor Daniel Deistler bestätigt, der hinter CK Corporate Finance steht.

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Hasseröder leidet wie die meisten anderen Brauereien seit Jahren unter einem sinkenden Absatz und einem harten Preiswettbewerb. Die traditionsreiche Brauerei am nördlichen Rand des Harzes kam nach der Wiedervereinigung zur hannoverschen Gilde Brauerei. Im Jahr 2002 übernahm der InBev-Konzern die Gilde, wobei es ihm vor allem um die deutschlandweit bekannte Marke Hasseröder ging. Die hannoversche Gilde ist bereits vor drei Jahren an einen Investor aus Frankfurt an der Oder verkauft worden. AB InBev will sich in Deutschland auf die drei Marken Beck’s, Franziskaner und Corona konzentrieren und deshalb die anderen Brauereien loswerden.

Von Albrecht Scheuermann