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Niedersachsen Bosch-Rexroth trennt sich von Pneumatics
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bosch-Rexroth trennt sich von Pneumatics
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00:15 19.09.2013
Von Lars Ruzic
Der Technologiekonzern Bosch will sich von seinem Pneumatik-Spezialisten Rexroth Pneumatics trennen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Damit endet für die betroffenen Beschäftigten eine langwierige Hängepartie. Schon seit anderthalb Jahren sucht die Bosch-Tochter einen Käufer für das Geschäftsfeld, das vor allem Ventile und Zylinder für den Maschinenbau, die Autoindustrie und den Energiesektor herstellt.

Auf einer Versammlung am Spartensitz in Laatzen sollen die Beschäftigten am Montag gleichwohl wenig erbaut gewesen sein vom neuen Eigentümer. Die künftig eigenständige Rexroth Pneumatics kommt weltweit auf 2100 Mitarbeiter, davon allein 680 in Laatzen und weitere 70 in Gronau.

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Der Betriebsrat hatte sich schon mit Bosch auf eine Standortvereinbarung geeinigt, die Triton nun übernehmen muss. Sie sieht unter anderem eine dreijährige Standortgarantie für Laatzen vor. Man habe aber keine Beschäftigungssicherung durchsetzen können, und auch die Tarifbindung sei nur für zwei Jahre nach der Übernahme zugestanden worden, sagte Betriebsratschef Michael Brozy.

Triton ist darauf spezialisiert, großen Konzernen Geschäftsbereiche abzunehmen, die diese nicht mehr zum Kerngeschäft zählen – so war es etwa bei Siemens und Dematic oder bei Evonik und Rütgers. Generell übernehme man Unternehmen mit Potenzial, um sie durch gezielte Investitionen weiterzuentwickeln, sagte ein Triton-Sprecher. So gebe es noch vielfältige Vermarktungsmöglichkeiten außerhalb Europas.

Finanziert wird das Geschäft, über dessen Volumen beide Seiten Stillschweigen vereinbart haben, aus einem der Triton-Fonds. Der neuen Tochter sollen die Kosten der Übernahme offenbar nicht aufgebürdet werden. Auch sei Triton am Kauf der Immobilie direkt am Messegelände interessiert, in der Bosch Rexroth nur Mieter war, heißt es.

Brozy will Laatzen als Unternehmenssitz dennoch auch gesellschaftsrechtlich abgesichert sehen. Zudem forderte er eine Beschäftigungssicherung. Die Metaller haben das Beispiel Dematic vor Augen. Bei dem Hersteller von Materialflusstechnik hatte Triton nach der Übernahme 200 von einst 480 Arbeitsplätze abgebaut.

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