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Niedersachsen Bosch verkauft Anlasser-Sparte nach China
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21:25 02.05.2017
Die Anlasser-Sparte des Autozulieferers Bosch wird nach China verkauft. Hier das Bosch-Werk in Hildesheim. Quelle: Chris Gossmann
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Hildesheim

Der Automobilzulieferer Bosch hat einen Käufer für seine Starter- und Generatorensparte gefunden. Rund 620 Mitarbeiter in Hildesheim und knapp 7000 weltweit bekommen in diesem Jahr einen neuen Arbeitgeber aus China.
Der Industriekonzern ZMJ (Zhengzhou Coal Mining Machinery Group) übernimmt die im vergangenen August extra für den Verkauf gegründete Tochterfirma Robert Bosch Starter Motors Generators. Am Dienstag wurden die Verträge unterschrieben. Der Kaufpreis liegt nach Angaben des Käufers bei 545 Millionen Euro. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Mitarbeiter haben die Wahl

ZMJ will alle Standorte und Mitarbeiter übernehmen. Die Chinesen sind im Gegensatz zu Bosch im heimischen Markt bereits stark, und versprechen sich durch den Deal mehr Zugang zu Autoherstellern in Europa. Bosch wiederum wollte sich von der Startersparte trennen, weil das Unternehmen den Bereich für nicht groß genug hält.

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Für die deutschen Beschäftigten hat der Konzernbetriebsrat mehrere Sicherungen ausgehandelt. So kann jeder Betroffene der Übernahme widersprechen und bei Bosch bleiben. Mitarbeiter behalten zudem ihr ganzes Arbeitsleben lang das Recht auf eine Rückkehr zu Bosch. In Hildesheim sind durch eine Standortvereinbarung betriebsbedingte Kündigungen ohnehin bis Ende 2020 ausgeschlossen – und werden auch danach nur möglich, wenn ZMJ diese Vereinbarung kündigt.
Von einem Paket, „das besonders die Beschäftigten an den deutschen Standorten ungewöhnlich stark absichert“, spricht der Hildesheimer Werkleiter Martin Ziegler. Der 55-Jährige ist optimistisch: „ZMJ kauft ein starkes Geschäft dazu. Wir wissen, was wir können, haben zuletzt Gewinne gemacht und Marktanteile gewonnen.“

ZMJ bekomme enormes Know-how hinzu, gerade in Hildesheim: „Wir sind und bleiben Leitwerk für den Starterbereich mit unserer hervorragenden fertigungsnahen Entwicklung.“ Dieses Know-how sei auch ein zentrales Argument für ZMJ gewesen, zu kaufen. Ziegler betonte, selbst im Unternehmen zu bleiben. „Die ganze Führungsebene wechselt mit.“

Ein Punkt, der dem Hildesheimer Bosch-Betriebsratsvorsitzenden wichtig ist: „Das sorgt natürlich für Vertrauen, wenn die Chefs mitgehen“, sagt Stefan Störmer. Bei ZMJ handele es sich „aus jetziger Betriebsratssicht um einen guten Bewerber“, weil es ein Käufer aus der Branche mit langfristigem Konzept sei. Dennoch sei es eine große Aufgabe, die Belegschaft vom Wechsel zu überzeugen. Die IG Metall ist vorsichtiger: Die Übernahme werde nur funktionieren, wenn es ein zukunftsfähiges Konzept für die Produktion von Bauteilen gebe, die auch im E-Auto-Zeitalter relevant sind, sagte Sprecher Sascha Howind.

Vertreter von ZMJ wollen den Mitarbeitern heute bei einer Betriebsversammlung ihre Pläne präsentieren.     

Von Tarek Abu Ajameih

Sparte mit Tradition

Die Robert Bosch GmbH ist seit 1937 in Hildesheim vertreten, seit Beginn der Vierzigerjahre werden dort Starter für Automotoren gebaut. Da Bosch insgesamt sogar seit 1914 solche Anlasser herstellt, gilt der Bereich als Traditionssparte. Die Ankündigung im Sommer 2014, den Bereich zu verkaufen, löste im ganzen Konzern Proteste aus. Dabei ist die Zahl der Mitarbeiter in der Sparte in den vergangenen Jahrzehnten stetig zurückgegangen. Die Massenproduktion ist längst in kostengünstigere Werke wie das im ungarischen Miskolc ausgelagert worden. Hildesheim spielt als Leitwerk allerdings weiterhin eine zentrale Rolle bei Neuentwicklungen.

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