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Niedersachsen Bund fördert Suche nach Rohstoffen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bund fördert Suche nach Rohstoffen
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07:31 21.11.2012
Von Jens Heitmann
Die Suche nach knappen Rohstoffen soll gefördert werden.
Die Suche nach knappen Rohstoffen soll gefördert werden. Quelle: dpa
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Hannover

Zu den „kritischen Rohstoffen“ zählen auch die sogenannten Seltenen Erden – so wird eine Reihe von Metallen bezeichnet, die unter anderem für die Fertigung von Hightechprodukten wie Smartphones oder Windkraftanlagen nötig sind. Die Suche nach neuen Vorräten soll helfen, die Wirtschaft aus der Abhängigkeit von Importen zu befreien.

Bei den Seltenen Erden beispielsweise verfügt China derzeit quasi über ein Monopol; 95 Prozent der Weltproduktion dieser Rohstoffe werden in China gewonnen – die Vorkommen dort schätzen Experten auf rund 65 Millionen Tonnen. Der Verbrauch Seltener Erden steigt stetig: Wurden 1980 noch 40 000 Tonnen verarbeitet, waren es 2007 schon 90 000 Tonnen, für das laufende Jahr lautet die Prognose auf rund 120 000 Tonnen. Bis 2020 gilt eine Verdopplung auf 240 000 Tonnen als wahrscheinlich. Mit der gestiegenen Nachfrage zogen auch die Preise an; China hatte gleich mehrfach seine Exportmengen verringert.

Auf die zunehmende Knappheit hat das Bundeswirtschaftsministerium in diesem Sommer mit der Gründung der Deutschen Rohstoffagentur reagiert. Sie soll insbesondere kleine und mittelständische Betriebe in Fragen der Verfügbarkeit und aktueller Marktentwicklung sowie bei der nachhaltigen Nutzung unter anderem von Seltenen Erden beraten. Die Agentur wird auch die Anträge zur Suche nach neuen Lagerstätten betreuen.

Wie aus der Richtlinie hervorgeht, will der Bund nicht nur die Rohstoffsuche im Inland fördern. Auch im Ausland könnten entsprechende Projekte bezuschusst werden, heißt es. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Antragsteller „eine Eigenkapitalleistung von mindestens 20 Prozent der förderfähigen Vorhabenkosten“ nachweisen. Für Vorhaben außerhalb der Europäischen Union können kleinere Firmen bis zu 50 Prozent ihrer Kosten geltend machen, innerhalb der EU sind es 40 Prozent – für Großunternehmen betragen die Sätze 30 beziehungsweise 20 Prozent. Gegengerechnet würden jedoch Investitionszulagen, Beihilfen oder sonstige Finanzierungsbeiträge aus anderen Töpfen, heißt es.

Unterdessen könnte China sein Quasi-Monopol bei Seltenen Erden bald verlieren. So hat ein Bergwerk in Australien bereits die Produktion aufgenommen, die dort geförderten Erze sollen in Malaysia weiterverarbeitet werden. Große Vorräte lagern auch in Grönland. Zudem will man in Kalifornien den Abbau der Metalle wieder aufnehmen – die USA waren bis Mitte der neunziger Jahre das größte Förderland. Wegen der niedrigeren Kosten hatten die Chinesen jedoch bald die Nase vorn. Seltene Erden gibt es auch in Deutschland. Im sächsischen Stockwitz wurde ein Vorkommen mit knapp 40 000 Tonnen entdeckt.

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