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Niedersachsen „Datendiebstahl nehmen wir nicht hin“
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen „Datendiebstahl nehmen wir nicht hin“
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20:23 16.09.2013
Von Dirk Stelzl
Bundespräsident Joachim Gauck hat die EMO eröffnet. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Bundespräsident Joachim Gauck machte sich für ein gemeinsames Vorgehen gegen Industriespionage stark: „Gegen den Diebstahl von Patenten werden wir unsere Kräfte bündeln. Auch den Diebstahl von Daten innovativer Unternehmen werden wir nicht hinnehmen.“ Hier seien internationale Verabredungen notwendig, um Verlässlichkeit sicherzustellen. Auf der EMO präsentieren sich bis zum Sonnabend rund 2100 Aussteller aus mehr als 40 Ländern.

„Gerade wir Europäer tun gut daran, jenen entgegenzutreten, die Mauern um Märkte errichten und freien Handel behindern wollen“, sagte der Bundespräsident. Auch EU-Handelskommissar Karel De Gucht sprach sich für einen freien Warenverkehr sowie Handelsabkommen aus, damit der Wettbewerb nicht durch Zölle und andere Hemmnisse verzerrt werde.

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Doch nicht nur Protektionismus bereite ihm Sorgen, hob Bundespräsident Gauck hervor. „Es ist etwas aus dem Lot geraten, und zwar die Balance zwischen Freiheit und Verantwortung.“ An vielen Stellen der weltweiten Wirtschaft seien in den vergangenen Jahren „Maß und Mitte“ verlorengegangen. Dies gelte nicht nur für den Finanzsektor, sondern auch für viele öffentlichen Haushalte. „Das ist ein wichtiger Grund für die Finanz- und Wirtschaftskrise, die uns Europäer noch immer beschäftigt.“

Lebenslanges Lernen immer wichtiger

Angesichts des demographischen Wandels und des Mangels an Fachkräften wies Gauck auf die Notwendigkeit hin, auch ältere Mitarbeiter weiterzubilden. Das lebenslange Lernen werde immer wichtiger. „Heute brauchen wir zusätzliche Fortbildung während des Arbeitslebens. Wir müssen die immense Erfahrung älterer Arbeitnehmer nutzen und ihnen Chancen eröffnen, sich weiterzuentwickeln.“

Der Vorsitzende des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW), Martin Kapp, warnte kurz vor der Bundestagswahl vor Steuererhöhungen und einem unflexiblen Arbeitsmarkt. Ein „Drehen an der Kostenschraube“ greife die Substanz mittelständischer Unternehmen an. Vor allem aber kritisierte Kapp die Art, wie die Energiewende organisiert werde: Das Bild sei „beinahe desolat“, meinte er. Der Maschinenbau unterstütze die Energiewende, die ein „Exportschlager“ werden könne. Unverzüglich nach der Wahl müssten alle Akteure an einem Strang ziehen, „um die Defizite beim Leitungsausbau und beim Erneuerbare Energien Gesetz zu beseitigen, die Marktkräfte bei der Preisbildung wieder in Gang zu setzen und das vorhandene Einsparpotenzial zu heben“.

Nach einem schwächeren ersten Halbjahr rechnen die – dank früherer Bestellungen noch gut ausgelasteten – deutschen Werkzeugmaschinenhersteller mit höheren Auftragseingängen vor allem im kommenden Jahr. Im ersten Halbjahr 2013 verringerten sich die Auftragseingänge laut VDW noch um 13 Prozent.