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Niedersachsen Betrüger erbeuten Millionen mit gefälschten Mails
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Betrüger erbeuten Millionen mit gefälschten Mails
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18:21 08.02.2017
Von Albrecht Scheuermann
Die betrügerischen E-Mails wirkten sprachlich und inhaltlich echt. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Eine Betrugsmethode - international auch als „CEO-Fraud“ bekannt - beschäftigt Polizeibehörden und Wirtschaftsverbände schon länger. Dabei bekommt ein leitender Mitarbeiter mit entsprechender Zahlungsbefugnis eine als streng vertraulich gekennzeichnete E-Mail, die angeblich vom eigenen Vorstand oder Geschäftsführer stammt. Er erhält die Anweisung, für ein geheimes Projekt eine hohe Summe auf ein Konto im Ausland überweisen. Bei den neuen der IHK Hannover bekannten Fällen handelte es sich um Banken in Hongkong und Indonesien.

Dass der Trick funktioniert, liegt laut IHK-Außenwirtschaftsexperte Tilman Brunner daran, dass er „brilliant ausgeführt“ ist. Die betrügerischen E-Mails wirkten sprachlich und inhaltlich echt, ebenso die Absenderadresse. Deshalb schöpften die Mitarbeiter keinen Verdacht und leiteten die Zahlungen ein. Offensichtlich kundschafteten die Betrüger die Unternehmen vorher gründlich aus. „Die wissen genau, wer zu den Zahlungen autorisiert ist“, sagte Brunner.

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Bankadresse in Indonesien

Schon vor zwei Jahren hatte es eine Welle solcher Betrügereien gegeben. Jetzt rolle offenbar eine neue Welle, wobei laut Brunner erstmals auch Banken in Indonesien als Zieladresse für die Überweisungen auftauchten. Ein spektakulärer Betrugsfall dieser Art war im vergangenen August bekannt geworden: Der Nürnberger Autozulieferer Leoni musste eingestehen, dass er 40 Millionen an Betrüger in China überwiesen hatte.

Die IHK rät dringend zu erhöhter Vorsicht bei hohen Überweisungen ins Ausland. Brunner empfiehlt das Vier- oder noch besser das Sechsaugenprinzip. Dadurch sei gerade jetzt ein Betrugsversuch in Hannover in letzter Minute verhindert worden.