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Niedersachsen Conti zieht es ins Silicon Valley
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Conti zieht es ins Silicon Valley
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22:50 18.08.2014
Von Lars Ruzic
Continental geht neue Wege und sucht die Nähe zu den Softwareentwicklern in Kalifornien.
Continental geht neue Wege und sucht die Nähe zu den Softwareentwicklern in Kalifornien. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

An der Spitze der „Continental Intelligent Transportation Systems“ steht Seval Oz. Die türkischstämmige Managerin haben die Hannoveraner von Google abgeworben, wo sie zuletzt an der Entwicklung selbstfahrender Autos mitgewirkt hatte.

Oz soll ein „internationales Team innovativer Köpfe aus der IT- und Automobilindustrie“ führen, das am Ende mehrere Dutzend Mitarbeiter umfassen dürfte. „Dieser Schritt passt perfekt zu unserer Strategie, das Fahrzeug zum Teil des ,Internet der Dinge’ zu machen“, sagte Conti-Chef Elmar Degenhart. Know-how und Erfindungsgabe der IT-Spezialisten aus dem Silicon Valley sollten sich mit der Erfahrung von Conti verbinden, Autosysteme in Großserie zu erzeugen.

Die Branche forscht derzeit mit Hochdruck an vernetzten Autos. Künftig sollen die Fahrzeuge untereinander und mit Datenzentren kommunizieren, um Unfälle zu vermeiden und den Verkehrsfluss insgesamt zu verbessern. Die Vernetzung gilt als Voraussetzung für selbststeuernde Autos, die Conti schon von 2020 an erwartet. Doch schon zuvor eröffneten sich viele neue Geschäftsmöglichkeiten, sagte Conti-Vorstand Helmut Matschi, der im Konzern unter anderem für das Multimediageschäft verantwortlich ist. „Mit unserer neuen Einheit werden wir auf dem Markt noch leistungsstärker auftreten können.“

Dabei habe man sich bewusst für das Silicon Valley als Standort entschieden. „In dieser Region finden wir alles, was wir ergänzend zu unserer bestehenden Kompetenz benötigen, um daraus Lösungen für mehr als Prototypen allein zu bauen.“ Bei Continental arbeiten Hunderte Softwareentwickler bislang vor allem daran, die Hardware – also die Komponenten und Systeme im Auto – zum Arbeiten zu bringen. Die neue Einheit solle darüber hinausgehen und neue Geschäftsideen entwickeln, so ein Conti-Sprecher. Im Silicon Valley finde man dafür das richtige Netzwerk.

Der Zulieferer hatte sich schon mit anderen Spezialisten der Branche verbündet, um die Vernetzung der Fahrzeuge voranzutreiben. Es gibt Kooperationen mit IBM beim Datenmanagement, mit Cisco in Sicherheitsfragen und mit Nokia Here bei Kartenmaterial. Ursprünglich hatten die Hannoveraner auch Google ins Boot holen wollen. Der Suchmaschinenhersteller treibt das selbstfahrende Auto derzeit aber im Alleingang voran.

Daran hatte auch Seval Oz ihren Anteil. Die 53-Jährige hatte an der Entwicklung des Google-Autos, dessen Prototyp gleich auf das Lenkrad verzichtete, mitgewirkt und Partnerschaften mit Zulieferern und Politik geschmiedet. Sie sei „die optimale Besetzung der neuen Leitungsfunktion“, sagte Matschi, an den Oz berichten wird. Die Managerin, die bei Google schon den türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan durch die Räume führte, soll für Conti den gleichen Job machen wie in Mountain View. „Starke Partnerschaften mit Technologieunternehmen und in der Automobilbranche“ wolle sie vorantreiben, sagte Oz.

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