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Niedersachsen Continental blickt optimistisch in die Zukunft
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Continental blickt optimistisch in die Zukunft
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22:33 10.09.2013
Von Stefan Winter
Continental sieht Ende der Talsohle, allerdings kommt der Aufschwung nur langsam. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Frankfurt/Main

Continental will die Autos vernetzen. „Das Fahrzeug wird Teil des Internets“, sagte Konzernchef Elmar Degenhart am Dienstag auf der IAA in Frankfurt. Ziel seien mehr Sicherheit, weniger Staus und mehr Unterhaltung – bis hin zum automatisierten Fahren. „Unsere Vision sind null Unfälle auf den Straßen.“

Degenhart präsentierte gestern mit IBM den zweiten Partner für dieses Mammutprojekt. Laut Kooperationsvereinbarung soll der IT-Konzern für Datenspeicherung und -verarbeitung sorgen, nachdem Cisco bereits für die Netzwerktechnik ins Boot geholt wurde. Ein dritter Partner für die Informationsverarbeitung soll bald folgen. Zu Gerüchten, es handele sich um Google, sagte Degenhart nur: „Wir reden mit verschiedenen Partnern.“

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Wann das Bündnis die ersten gemeinsamen Produkte auf den Markt bringen wird, blieb offen. In Teilbereichen ist Conti schon im Geschäft. So steckten in der neuen Mercedes S-Klasse, die dem Fahrer in bestimmten Situationen bereits die Arbeit abnimmt, Conti-Produkte für rund 5000 Euro pro Auto, sagte Degenhart. Dazu gehöre zum Beispiel eine Stereokamera, die Informationen für die Anpassung des Conti-Luftfedersystems sammelt. Der Konzernchef sieht ungezählte Anwendungen für die Vernetzung im Auto. Das reiche von Verkehrsmeldungen in Echtzeit über Updates für die Fahrzeugelektronik und das „Auto, das um die Ecke schaut“ bis zum autonomen Fahren. Nötig sind dafür vor allem vernetzte Kameras und Sensoren, die Daten aus der Umgebung sammeln und Fahrverhalten entsprechend steuern – Contis Domäne. Allein in diesem Jahr werde der Konzern 4,5 Millionen Sensoren produzieren. „Das Fahrzeug wird senden und empfangen“, sagte Degenhart. Der Austausch mit anderen Fahrzeugen sei ebenso möglich wie mit Rechenzentren.

Insgesamt sei das Projekt so anspruchsvoll, dass es „nur mithilfe starker Partnerschaften mit etablierten Branchengrößen aus der globalen IT-Industrie“ gelingen könne, hieß es. So soll Cisco dafür sorgen, dass die Daten über wechselnde Funknetze lückenlos übertragen werden, IBM bringt seine Erfahrung in Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen ein. Eines der größten Probleme dürfte die Kapazität der Funknetze sein: Ein Auto mit fünf Rundum-Kameras produziere ein Gigabyte Daten pro Minute – die zu übertragen, schaffe kein Mobilfunknetz, hieß es bei Conti.

„Teil des Internets“ sollen die Autos allerdings nur dort werden, wo es um Komfort und Information geht – also zum Beispiel bei Verkehrsmeldungen. Die Sicherheit dürfe „nie abhängig vom Datenstrom aus der Cloud“, also zentralen Datenspeichern, sein. Conti ist sich auch sicher, den Datenschutz in den Griff zu bekommen. Der Konzern arbeite heute schon mit Firmen, die auf Datensicherheit spezialisiert seien, sagte Degenhart. Dazu zählten Kreditkartenfirmen: „Wir müssen nachweisen, dass wir das auf sichere Art und Weise tun werden.“ Conti und seine Partner wollen ihre künftige Plattform allen Autoherstellern und Serviceunternehmen anbieten. „Wir wollen Dinge zugänglich gestalten und nicht abschotten“, sagte Degenhart.

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