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Niedersachsen Conti leidet unter starkem Euro
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Conti leidet unter starkem Euro
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00:15 10.11.2013
Von Lars Ruzic
Foto: Steigener Gewinn, gesunkener Umsatz: Autozulieferer Continental hat die neuen Quartalszahlen vorgestellt.
Steigener Gewinn, gesunkener Umsatz: Autozulieferer Continental hat die neuen Quartalszahlen vorgestellt. Quelle: dpa
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Hannover

Wenig Bewegung auf dem europäischen Automarkt, ein maues Reifengeschäft – da bleibt für Continental kaum Luft nach oben. Der Zulieferkonzern wird in diesem Jahr nur minimal bei Umsatz und Gewinn zulegen. Die Aktionäre – allen voran die Familie Schaeffler – müssen sich wohl auf eine stagnierende Dividende einstellen. Was ihnen angesichts des Kursverlaufs der Conti-Aktie leichtfallen dürfte. Gestern legte sie um 6,8 Prozent zu und stieg auf ein neues Rekordhoch von 144,35 Euro.

Die Börse goutierte offenbar, dass die Hannoveraner gestern zwar ihre Umsatzprognose leicht nach unten korrigieren mussten, das operative Ergebnis aber nicht in Mitleidenschaft gezogen werden soll. Die Erlösschmälerung sei fast ausnahmslos auf den aktuell überraschend starken Euro zurückzuführen, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer der HAZ. „Das hat uns bislang schon 500 Millionen Euro Umsatz gekostet.“ Weil die Kosten im gleichen Tempo zurückgingen, werde das Ergebnis im Rahmen der Planungen bleiben.

Conti rechnet für das Gesamtjahr jetzt nur noch mit einem gut 2-prozentigen Umsatzplus auf 33,5 Milliarden Euro. Im Frühjahr war der Vorstand noch von 5 Prozent Zuwachs ausgegangen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis würde demnach mindestens 3,5 Milliarden Euro erreichen – das entspräche dem Vorjahreswert. Unterm Strich dürfte so wohl nicht viel mehr bleiben als die 1,9 Milliarden Euro von 2012.

Und das, obwohl der Konzern sowohl bei den Rohstoffkosten als auch bei den Steuern in diesem Jahr kräftig entlastet wird. Die niedrigen Kautschukpreise sorgen für einen positiven Beitrag von 375 Millionen Euro, eine Steuerentlastung in den USA für weitere 250 Millionen Euro. Im Gegenzug kostet allerdings die aufwendige Umschuldung der vergangenen Monate zunächst einmal Geld.

Conti hatte mehrere Hochzinsanleihen aus der Vergangenheit durch neue Bonds mit deutlich niedrigerer Belastung abgelöst. Von 2014 an spare man dadurch 100 Millionen Euro jährlich an Zinsen, so Schäfer. In diesem Jahr allerdings werde die Zinslast wohl von 500 auf 800 Millionen Euro steigen. Conti sitzt noch auf einem Berg von Schulden aus der Übernahme von Siemens VDO, trägt ihn allerdings seit Jahren Stück für Stück ab. Derzeit liegen die Schulden bei 5,6 Milliarden Euro – das sind gut 400 Millionen Euro weniger als noch vor drei Monaten.

Bis Ende September ist der Umsatz nur marginal auf 25 Milliarden Euro gestiegen, unterm Strich blieb ein Nettogewinn von 1,6 Milliarden Euro – ein Plus von 8,5 Prozent. Profitabelste Einheit blieben die Reifen, deren Umsatz allerdings leicht schrumpfte. Keine Division habe die einst angepeilten Umsatzziele erreicht, räumte Schäfer ein. Marktanteile habe man aber nicht verloren. Das Winterreifengeschäft leidet zudem unter einer starken Orderzurückhaltung des Handels. „Mit dem richtigen Wetter kann es noch eine vernünftige Saison werden“, meinte Schäfer.

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