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Niedersachsen Der Platz im Dax ist wieder bedroht
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Der Platz im Dax ist wieder bedroht
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20:59 27.08.2009
Von Stefan Winter
Die VW-Aktie hat die Börsianer schon einige Nerven gekostet.
Die VW-Aktie hat die Börsianer schon einige Nerven gekostet.
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Sollte die Deutsche Börse ihre Regularien streng anwenden, fallen die VW-Stämme also schon in der kommenden Woche aus dem Leitindex.

Bislang befinden sich 26,86 Prozent der Aktien im Streubesitz. 53,13 Prozent liegen laut der Finanzaufsicht BaFin bei Porsche und den Eigentümerfamilien. 20,26 Prozent hält das Land Niedersachsen. Optionen auf 17 Prozent hat das Emirat Katar dem Großaktionär Porsche abgekauft. Werden sie ausgeübt, sind mehr als 90 Prozent der VW-Stammaktien in festen Händen.

Fallen die Aktien aus dem Dax, führt das bei vielen Fondsgesellschaften zu Umschichtungen. Sie müssen dann zur zweiten Gattung der VW-Aktien greifen, den Vorzügen, denn die würden im Gegenzug ihren Platz im wichtigsten deutschen Aktienindex bekommen. Im Gegensatz zu den Stämmen bieten sie kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung und sind breiter gestreut. „Die VW-Vorzüge erfüllen die Kriterien der Deutschen Börse komfortabel“, sagt Aktienstrategin Anke Platzek von der LBBW.

Allerdings wäre dieser Wechsel unter Umständen nur von kurzer Dauer, denn nach jetzigem Stand führt der Fusionsplan mit Porsche schon bald wieder zu einem höheren Streubesitz bei den Stammaktien. Wie die Eigentumsverhältnisse genau aussehen werden, entscheidet sich erst kurz vor der geplanten Verschmelzung der beiden Unternehmen im übernächsten Jahr.

Im Moment deutet alles darauf hin, dass der Anteil der Familien Porsche und Piëch dann auf unter 40 Prozent schrumpfen wird. Die beiden anderen Großaktionäre haben ihre Rangfolge schon politisch festgelegt: Niedersachsen soll kanpp über 20 Prozent liegen, Katar knapp darunter. Damit wären wieder rund 20 Prozent der VW-Stammaktien an der Börse frei verfügbar und die Mindestanforderung des Dax mit Leichtigkeit erfüllt.

Es könnte also mit den Volkswagen-Aktien noch einige Male hin und her gehen. Die Börsianer sind mit dem Papier Kummer gewöhnt. Im vergangenen Herbst notierten sie wegen des kleinen Streubesitzes und der großen Spekulation zeitweise bei mehr als 1000 Euro. Damals verschärfte die Deutsche Börse eigens ihre Regeln, um Papiere, die den Index durch extreme Sonderbewegungen verfälschen, schnell aussortieren zu können.

Seitdem wird immer wieder spekuliert, dass die VW-Stämme ihren Platz im Dax räumen müssen. Vorzüge sind im Index bisher selten: Lediglich die stimmrechtslosen Papiere des Konsumgüterriesen Henkel und des Dialysespezialisten Fresenius spielen in der ersten Börsenliga mit.