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Niedersachsen Dickes Plus nach Schlecker-Aus für Rossmann
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Dickes Plus nach Schlecker-Aus für Rossmann
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22:19 07.01.2013
Von Lars Ruzic
De frühere Ihr-Platz-Filiale im hannoverschen Bahnhof trägt bereits das Rossmann-Logo. Weitere sollen folgen. Quelle: Behrens
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Hannover

Wie auch schon dm profitierte Rossmann überdurchschnittlich vom Ausscheiden des einst größten Wettbewerbers. Allein im Inland steigerte der Konzern den Umsatz um 17 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Anteilig darin enthalten sind auch die gut 90 früheren Ihr-Platz-Filialen, die das Unternehmen im Spätsommer aus der Schlecker-Insolvenzmasse übernommen hatte.

„Das Jahr wurde deutlich besser abgeschlossen, als zu Beginn erwartet worden war“, teilte Rossmann mit. Ursprünglich war der Händler für 2012 von einem Umsatz von 5,6 Milliarden Euro ausgegangen. Durch die übernommenen Ihr-Platz-Läden – viele davon in bester Bahnhofslage – wuchs die Zahl der Filialen in Deutschland um 142 auf 1754. Man sei aber auch mit der Entwicklung der bestehenden Geschäfte sehr zufrieden, sagte ein Sprecher, ohne Zahlen zu nennen. Konkurrent dm, dessen Geschäftsjahr bereits am 30. September endete,  hatte in Deutschland auf vergleichbarer Fläche 9 Prozent zugelegt. Solche Werte sind im deutschen Einzelhandel in normalen Zeiten kaum noch zu erzielen.

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Schlecker hatte vor fast genau einem Jahr Insolvenz angemeldet und war binnen Monaten von der Bildfläche verschwunden. 25 000 Menschen waren von der Pleite betroffen. Die Konkurrenz bediente sich lediglich an einigen Hundert der einst Tausenden Filialen. Rossmann hat nach eigenen Angaben rund 2000 Mitarbeiter aus dem Schlecker-Konzern übernommen. Insgesamt stieg die Belegschaft in Deutschland um 3500 auf 26 000. Konzernweit hat Rossmann 38 000 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist außerhalb Deutschlands in fünf weiteren Ländern Europas aktiv – dort stiegen die Umsätze um gut 14 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Im Inland musste Rossmann vor allem  in der Logistik nachrüsten. Allein im Zentrallager in Landsberg bei Halle wurde die Mannschaft um 400 auf 1200 Mitarbeiter aufgestockt. Auch im Burgwedeler Regionallager stellte Rossmann etwa 40 Beschäftigte zusätzlich ein. Um die gestiegene Warenmenge bewältigen zu können, mussten in der Nähe der Logistikhallen Zelte aufgestellt werden. Werbeaktionen vor Weihnachten stornierte der Konzern, um die Lage nicht weiter zuzuspitzen. Man habe die Situation aber ohne Sonderschichten über die Bühne gebracht, so ein Sprecher.

Für dieses Jahr plant Rossmann nach eigenen Angaben Rekordinvestitionen von 170 Millionen Euro in Filial- und Logistiknetz, fast 120 Millionen davon in Deutschland. Gut 20 Millionen Euro wird allein der Umbau der Ihr-Platz-Läden kosten. Der Konzern rechnet mit mehr als 1000 neuen Jobs im Inland und geht von einem konzernweiten Umsatzplus von „mindestens 13 Prozent“ auf 6,7 Milliarden Euro aus.