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Niedersachsen Drei Millionen Schoko-Weihnachtsmänner aus Peine
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Drei Millionen Schoko-Weihnachtsmänner aus Peine
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18:24 05.12.2011
Allein der Edelschokoladen-Hersteller Rausch in Peine produziert drei Millionen Weihnachtsmänner und Nikoläuse. Quelle: dpa
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Peine

Zur Advents- und Weihnachtszeit kommen rein statistisch auf jeden Bundesbürger - ob Baby oder Rentner - rund anderthalb Weihnachtsmänner aus Schokolade. Etwa 150 Millionen Schoko-Figuren aller Größen, Formen und Füllungen werden in diesem Jahr in Deutschland hergestellt, schätzt der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie. Ein Viertel davon geht ins Ausland.

Allein der Edelschokoladen-Hersteller Rausch in Peine produziert drei Millionen Weihnachtsmänner und Nikoläuse - rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Das berichtet Jürgen Rausch, der das Familienunternehmen in der vierten Generation führt.

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Damit liegt das Unternehmen beim Weihnachtsgeschäft deutlich über dem Branchenschnitt. Für das gesamte Jahr 2011 erwartet der Firmenboss ein Umsatzwachstum von 15 Prozent auf mehr als 125 Millionen Euro - und damit erneut einen zweistelligen Zuwachs. Das Unternehmen beschäftigt in vorweihnachtlichen Spitzenzeiten an den Standorten Peine und Berlin bis zu 650 Mitarbeiter.

Der Umsatz mit den Rauschebart-Figuren hat einer Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen zwar in der zurückliegenden Weihnachtssaison 2010/11 um 2,5 Prozent auf 94,3 Millionen Euro abgenommen. Längerfristig betrachtet seien die Weihnachtsmänner dank neuer Geschmacksrichtungen und Verpackungsgrößen jedoch auf Wachstumskurs: Der Umsatz an den Kassen des Einzelhandels habe seit dem Jahr 2000 um 85 Prozent zugenommen.

Der erfolgsverwöhnte Schoko-Weihnachtsmann bekommt allerdings auch süße Konkurrenz. Andere Figuren wie Engel, Rentiere und Schneemänner gewinnen nach den Erkenntnissen der Marktforscher an Beliebtheit.

Bei Rausch jedoch hat sich seit 2005 der Umsatz mehr als verdoppelt. Dies führt der Chef auf eine konsequente Qualitäts- und Marketingpolitik zurück. Es werde nur Edelkakao verwendet. „Wir sind inzwischen in Europa der größte Verarbeiter.“ Edelkakao macht aber nur fünf Prozent der gesamten Welt-Kakaoernte aus. Rausch bezieht ihn von Plantagen aus Neu-Guinea bis Tobago.

Rausch verzichtet auf Zwischenhändler und arbeitet direkt mit den Plantagen zusammen, die meist Kooperativen von Kleinbauern sind. Dies mache die Firma unabhängig von den teils extremen Schwankungen des Weltmarktpreises.

Für den Unternehmer Rausch ist dieses Konzept auch „eine Herzenssache“. Mit einer privaten Stiftung unterstützt er soziale Projekte in seinen Anbauregionen. Für eine Organisation der gesamten Schokoladenbranche ist er viel in kleinen Kakaoländern unterwegs, um unter anderem den Kleinbauern technische Hilfe zu geben. „Ich bin 240 Tage im Jahr auf Plantagen in aller Welt unterwegs.“

Das Wachstum seines Unternehmens führt Rausch auch auf eine kreative Produktpolitik zurück. So wurde eine 50-Gramm-Flachtafel erfolgreich eingeführt, die „gut in eine Damenhandtasche passt“. Denn Frauen essen noch immer deutlich mehr Schokolade als Männer.

Rausch-Schokoladen werden inzwischen in 31 Länder exportiert. Der Exportanteil liegt bei 20 Prozent und soll noch wachsen - vor allem in China. Rausch meint: „Die Chinesen sind auf den guten Schokoladengeschmack gekommen.“

dpa

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