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Niedersachsen Symrise traut sich größere Übernahmen zu
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Symrise traut sich größere Übernahmen zu
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12:14 10.03.2014
Symrise hat rund 15.000 Aromen im Angebot. Quelle: dpa
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Holzminden

Der Duft- und Aromenhersteller Symrise sieht sich in der Lage, auch größere Übernahmen zu stemmen. Symrise könne sich eine zusätzliche Verschuldung von 300 bis 400 Millionen Euro leisten, sagte Finanzchef Bernd Hirsch am Montag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Frankfurt. "Das ist überhaupt kein Thema für uns, eine Transaktion in der Größenordnung auch relativ kurzfristig allein über Fremdkapital zu finanzieren", sagte der Manager. Auch vor größeren Transaktionen schrecke Symrise nicht zurück. Symrise würde dann aber auch Eigenkapital einsetzen.

Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram zufolge hat das Unternehmen ständig zwischen fünf und zehn Übernahmeziele auf dem Radar. Es gebe aktuell einige größere Akquisitionen, die sich abzeichneten, sagte Bertram auf die Frage, ob Symrise sich den französischen Rivalen Diana anschauen werde. Dies gelte auch für den Wettbewerber Wild Flavors, sagte der Firmenchef. Die "Financial Times" hatte berichtet, Symrise habe eine Offerte für Diana abgegeben. Das Gebot bewerte das Unternehmen, das vorrangig Substanzen für die Lebensmittelindustrie herstellt, mit mehr als 1,2 Milliarden Euro inklusive Schulden.

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Bertram zufolge zeichnen sich zudem weitere mittelgroße Zukaufgelegenheiten ab - eine in Asien, eine in Amerika. Es tue sich einiges im Markt. Alle Verkaufsprozesse seien noch in einer sehr frühen Phase. "So weit wir das sehen, kann man noch kein definitives Angebot abgeben", sagte der Symrise-Chef.

Symrise ist Anbieter von Duft- und Geschmackstoffen sowie kosmetischen Grundstoffen. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Holzminden an der Weser. Insgesamt hat Symrise rund 15.000 Aromen im Angebot: Süß, salzig, sauer, bitter, würzig, gemüsig, fruchtig oder auch fleischartig. Zu den Kunden zählen nahezu alle Größen der Nahrungsmittel- sowie der Kosmetik- und Reinigungsmittelindustrie. Das Unternehmen, Branchenprimus in Deutschland, stellt nach eigenen Angaben fast ausschließlich Aromen natürlichen Ursprungs her.

Bekannter wurde Symrise zuletzt durch den Schoko-Streit zwischen Ritter Sport und der Stiftung Warentest: Die Warentester waren in einer Ritter-Sport-Schokolade auf den Stoff Piperonal gestoßen, der von Symrise geliefert wird. Es entbrannte ein Streit darum, ob der Stoff natürlichen Ursprungs sei - Symrise hatte stets versichert, ein natürliches Aroma geliefert zu haben. Im Januar gab es dafür eine Bestätigung durch das Landgericht München, das feststellte, von einem fairen Warentest könne in diesem Fall nicht gesprochen werden.

dpa/rtr/frs

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