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Niedersachsen Stromversorger rüsten Netze auf
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Stromversorger rüsten Netze auf
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06:00 22.05.2019
Strom für ein E-Auto: Experten warnten vor Stromausfällen, wenn zu viele E-Autos an der Steckdose hängen. Quelle: Lino Mirgeler/dpa
Hannover

Deutschland steuert in Richtung Elektromobilität – und die Energieversorger stellt das vor Herausforderungen. Experten warnen: Sollte das Netz nicht aufgerüstet werden, kann es zu Stromausfällen kommen.

Die mit E-Motoren betriebenen Autos sollen zunehmend Wagen mit Verbrennungsmotoren verdrängen. Wären die derzeit in Deutschland zugelassenen 45 Millionen Fahrzeuge sämtlich E-Autos, bräuchte man einer Studie des Bundesumweltministeriums zufolge etwa ein Sechstel der heute produzierten Strommenge, um sie zu betreiben. In Summe wäre genügend Energie dafür vorhanden – allerdings nicht gleichzeitig. Vor allem abends ab 18 Uhr, wenn die Elektroautos zu Hause wieder aufgeladen werden, könnte es zu Problemen kommen.

Bereits 2035 Stromausfälle?

Die Managementberatung Oliver Wyman hat zusammen mit der TU München aufgezeigt, dass es bereits 2035 zu Blackouts kommen könnte, wenn sich die Netzbetreiber nicht frühzeitig um die erwartbare Mehrbelastung kümmerten. Nötig seien entweder ein großzügiger Netzausbau oder eine intelligente, das heißt zeitlich abgestimmte Flexibilisierung der Ladevorgänge. Immerhin: Nach Zahlen des Fraunhofer Instituts könnten theoretisch schon heute alle Autos mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden.

Der Versorger Eon hat jetzt ausrechnen lassen, wie teuer den Konzern der flächendeckende Umstieg auf E-Mobilität kommt. Der Energieversorger rechnet mit Ausgaben von 2,5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2045. Eon hat kalkuliert, wie das eigene Netz ausgebaut werden müsste, wenn bis 2045 sämtliche Pkw im Eon-Netzgebiet – rund 6,5 Millionen Wagen – einen Elektroantrieb hätten und entsprechend Strom bräuchten. Umgerechnet wären im Schnitt Investitionen von 400 Euro pro E-Auto nötig.

2,5 Milliarden Euro für das Eon-Netz

„Klar ist, wir müssen unser Netz ausbauen“, sagte Eon-Vorstand Thomas König am Dienstag. Das Risiko eines Blackouts des Stromnetzes sehe er nicht, sagte König. Im Gegenteil: Ausgaben von 2,5 Milliarden Euro zusätzlich nennt der Eon-Vorstand „überraschend niedrig“. Innerhalb der nächsten rund zehn Jahre decke das Bestandsnetz noch den Strombedarf von E-Autos.

So sieht es auch das hannoversche Energieunternehmen Enercity. Bei der systematischen Erneuerung der Stromnetze werde die Elektromobilität „im erwartbaren Maß“ berücksichtigt. Bis zu einer Quote von 30 Prozent E-Autos sei auch in Hannover keine Überlastung des Stromnetzes zu erwarten, sagt Enercity-Sprecher Carlo Kallen. Mit der Leibniz-Universität Hannover erforsche man derzeit, wie die zusätzliche Belastung gemeistert werden könne, wenn mehr als 30 Prozent aller Fahrzeuge Elektromobile seien.

Niedersachsens Energieminister Olaf Lies (SPD) betonte die Bedeutung der E-Mobilität. „Ohne batterieelektrische Fahrzeuge als wichtigen Beitrag wird die Verkehrswende nicht gelingen. Ein Blackout ist meiner Ansicht nach nicht zu befürchten“, sagt er.

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Von Johanna Uchtmann und Michael B. Berger

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