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Niedersachsen VW-Schnellladesäule kommt aus Hannover
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen VW-Schnellladesäule kommt aus Hannover
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00:21 28.01.2019
Ein Elektro-Auto wird an einer Powerbank im VW-Werk aufgeladen. Quelle: dpa
Salzgitter

Volkswagen will den Ausbau der Ladestationen für Elektroautos von Hannover aus vorantreiben. Das Nutzfahrzeuge-Werk in Stöcken soll vom nächsten Jahr an mobile Schnellladesäulen in Serie fertigen, die sich unabhängig vom Stromnetz aufstellen lassen. „Der Aufbau der Ladeinfrastruktur ist entscheidend für den Erfolg der Elektromobilität“, sagte VW-Komponentenchef Thomas Schmall am Freitag in Salzgitter. Für ein Pilotprojekt will der Konzern im Sommer ein Dutzend Stromtankstellen in Wolfsburg platzieren.

Die Ladesäule soll nach dem Prinzip einer Powerbank funktionieren, wie sie viele Kunden für ihr Mobiltelefon nutzen: Die Ladesäule könne flexibel an Orten aufgestellt werden, an denen es einen hohen Bedarf gebe – auf Parkplätzen etwa, vor Supermärkten oder auch vor Sportstadien. Bis zu vier Fahrzeuge lassen sich nach Angaben von VW gleichzeitig anschließen, die Gesamtladekapazität betrage 360 Kilowattstunden – das soll für bis zu 15 E-Autos reichen. Geht der Strom in der Säule zur Neige, soll sie gegen ein geladenes Exemplar ausgetauscht werden.

Der Konzern rechnet mit einer hohen Nachfrage für seine Stromtankstelle – mit der wachsenden Zahl der E-Autos werde auch der Bedarf nach flexiblen Ladesäulen stetig steigen, hieß es. Offen ist noch, ob Volkswagen seine Powerbanks selbst betreiben will. Kooperationsgespräche mit möglichen Partnern liefern, sagte ein Unternehmenssprecher. Für konkrete Aussagen sei es noch zu früh.

Für das Werk in Stöcken ist die Fertigung der Ladesäulen ein weiterer Schritt bei der Neuausrichtung auf die E-Mobilität. In drei Jahren soll hier die Produktion des elektrischen Kleinbusses ID Buzz beginnen, ab 2024 könnte ein elektrischer Geländewagen mit dem Arbeitstitel eLounge folgen. Unklar ist jedoch, welche Aufgaben künftig die etwa 1400 Beschäftigten in der Komponentenfertigung übernehmen.

Zumindest für die 400 Mitarbeiter, die Wärmetauscher produzieren, steht nunmehr fest, wie es weitergeht: Sie sollen nach und nach die Produktion der Ladesäulen hochfahren. Die nötige Kompetenz dafür sei bereits vorhanden, hieß es. Ein Experte für Wärmetauscher könne sein Know-how beispielsweise für die Entwicklung von Batteriekühlsystemen oder für die Optimierung des Thermomanagements nutzen. Die ersten Mitarbeiter seien bereits in entsprechende Projekte eingebunden.

Die Stromtankstellen sind nur ein vergleichsweise kleiner Teil der neuen Konzernsparte Komponente. Bisher produziert die Einheit mit weltweit 61 Werken und 80.000 Mitarbeitern Motoren, Getriebe, Lenkungen, Achsen und Sitze für die Marken des Konzerns – parallel dazu muss sie sich auf den Abschied vom Verbrenner vorbereiten. In diesem und im nächsten Jahr sollen 870 Millionen Euro in die Fertigung von Komponenten für E-Autos fließen, bis 2023 seien Investitionen von 3,8 Milliarden Euro geplant, hieß es.

Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll die Produktivität deutlich steigen. Seit 2016 habe man die Kosten bereits um rund 750 Millionen Euro gesenkt, sagte Spartenchef Schmall. Bis 2025 seien weitere Einsparungen von 1,4 Milliarden Euro geplant. Die Zahl der Mitarbeiter soll bis dahin – ohne Entlassungen – um ein Zehntel sinken.

Von Jens Heitmann

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